grossartig

schwimmer

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randnotiz

am meer

auf einmal ist alles nur noch eine randnotiz, zuhause waren es noch unüberwindbare hindernisse.

die flut kommt bestimmt.

was wahr ist und was wirklich

ratur aquarell

ja. wie ist das möglich, dass du im meiner wohnung auftauchst, dass du … sprechen …

ich sagte es doch bereits, ich war da – und schon hier, als du kamst!

das ist nicht wahr!

hm?

warum soll ich dir glauben, dass …

entschuldige bitte, lass uns das in der wohnstube bereden, dieser flur atmet durchgang, ist en passant, kommen und gehen, da zieht es mich hinaus. und außerdem zieht es.

ein seltsames paar ließ sich hinter der fassade des alten hauses aus der zeit des jugendstils auf dem nachtblauen sofa aus plüsch nieder. ratur hatte sich zwar an die gegenwart des katers gewöhnt, doch erschienen ihm dessen auftreten und ihrer beider unterhaltung surreal. der kater hingegen machte es sich auf raturs schoß gemütlich, als sei nichts selbstverständlicher auf dieser welt. schnurrte, schaute aus großen augen zu ratur auf und eröffnete:

dass ich hier bin, dass ich sprechen kann, erscheint dir – unwahr?

unwirklich, es ist unwirklich.

ich wirke, ratur, da kann ich nicht unwirklich sein.

doch.

ratur, was soll dieser kindische trotz? ich sitze da, du siehst mich, wir reden miteinander, ich wirke auf dich, du wirkst auf mich. ich wirke in dir, du wirkst in mir. wir sind wirklich, beide. wir sind einander wirklich, denn du wirkst mich und ich wirke dich. dann sind wir auch wahr.

das ist die wahrheit? das also soll die wahrheit sein?

die wahrheit ist es nicht, ratur. die kann niemand erfassen, niemand wissen. ein kleiner teil der wahrheit ist es jedoch schon, unser wirken, unser wirklichsein.

du, kater, meinst also, dass du in mir wirkst – und aus mir heraus? und dass dich das wahr macht.

zu einem teil der wahrheit macht es mich, und ja, ich bin wahr.

und wenn ich dir sage, dass es keine sprechenden katzen gibt?

schweigen. der kater blinzelte ratur an, leckte sich die pfote und fuhr sich damit übers köpfchen, schaute auf und:

miu!

aha! und wenn ich dir sage, dass ich keine katze habe und sich auch keine katze in meiner wohnung befinden kann? weil ich keine katze besitze, keinen kater und auch keine katze durch verschlossene türen und fenster in den dritten stock eines stadthauses gelangen kann?

gebannt blickte ratur auf die katze auf seinem schoß, deren orange verblasste. das milchige weiß des bauches schien auszulaufen, ergoss sich über die gestalt des katers. die gesamte erscheinung der katze wurde von zunehmender transparenz erfasst. sie schwand dahin.

warte! wo willst du hin? das, das …