comic-collab #075 scham

comic collab

über dieses thema können wir ihnen leider nichts mitteilen.

Mit dabei im Dezember:
– schlogger
– isla volante
– demystifikation
– rainer unsinn
– strichweise diesig
webcomics von thomas nehkorn
pepperworth
catnipsflavour
schisslaweng
skizzenblog
dramatized
gobopictures

text:

10. radfahren

kunstverein oberwallis - der auftrag - art - gegenwarts kunst

mit dem rad um die insel zu fahren, ist immer eine option.
so verschwenden wir kein arbeitsmaterial und das hirn wird auch gut durchblutet.
ideen erfahren können wir aber auch nicht.

text:

und ein kind

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

tarik! stand da! einfach … da! lehnte sich an millas seite, die aus ihrer erinnerung schrak und beinahe den kochlöffel hätte fallen lassen.

„tarik!“

er lächelte.

„junge! wie kommst du hierher? und – wo hast du gesteckt? ich war bei …“

„du hast nach mir gesucht, milla?“

„ja, natürlich, ich …“

„dann freust du dich, dass ich so einfach zu dir reinspaziert bin? die tür war nicht abgeschlossen, und da …“

milla schloss den jungen in ihre mehlbestaubten arme und drückte ihn an sich:

„oh, entschuldige bitte, aber ich freu‘ mich so!“

milla nahm den jungen bei den schultern und musterte ihn. da kam der bursche so einfach zu ihr in die backstube und sie hatte ihn weit entfernt geglaubt, weit entfernt und verloren.

„wo warst du, tarik?“

„jetzt bin ich bei dir, milla!“ tariks augen strahlten milla entgegen und sein entwaffnend mildes lächeln blieb, als tarik den kopf zur seite wandte:

„jetzt bin ich ja da, bei dir, und, machst du da etwas mit pflaumen?“

milla verstand, dass tarik sich nicht erklären mochte. froh, dass er wieder zu ihr gefunden hatte, lud sie ihn ein zum essen und tischte in ihrer Küche für den kleinen Jungen auf. der wirkte auch recht hungrig und griff zu. aß ein brot mit käse, trank kakao, den milla ihm frisch kochte und machte sich bereit, der geschichte zu lauschen, die milla ihm zu der in der backstube entstehenden torte zu erzählen begann.

„ach, der boden, der boden!“, sprang milla auf und eilte in die backstube.

„gerade noch einmal gut gegangen …“, kam sie zurück, ließ sich mit einem leisen seufzer der erleichterung am küchentisch nieder. ob der seufzer der rettung des tortenbodens oder dem wiedersehen mit tarik galt, blieb offen.

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09. verstecken

kunstverein oberwallis - der auftrag - art - gegenwarts kunst

untertauchen sich verstecken, wird kaum wirken, aber vielleicht stolpern wir ja zufällig über eine idee.

eher mehr fall als zu.

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08. kunst

kunstverein oberwallis - der auftrag

einfach kunst machen?
aber was ist kunst, wollen doch nichts künstliches herstellen.
am besten nochmals das atelier gründlich aufräumen.

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07. profil

kunstverein oberwallis - der auftrag

möglicherweise könnte ein anforderungsprofil helfen.
zum glück, sind immer noch genügend andere mögliche aufgaben zu erledigen.
so tun als wäre alles wie immer.

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6. so

kunstverein oberwallis - der auftrag

alles vergessen

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05. erledigt

kunstverein oberwallis - der auftrag

einkaufen, kochen, nachbarn besuchen, gras vor dem haus mähen, fahrad reparieren, keller räumen, besuch kommt, sirup herstellen, kleiderwaschen, rechnungen bezahlen…

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so ganz ohne … und die pflicht

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

milla cremeso zog die ladentür hinter sich ins schloss. mit allem hatte sie gerechnet, nur nicht damit, dass es in den notunterkünften am rande des dorfs keinen tarik gab. gab … geben sollte? war der freundliche sozialarbeiter der stadt vielleicht nur schlecht informiert?

ruhetag. und doch keine ruhe. dazu noch der zu erfüllende auftrag, und der termin der bevorstehenden verlobung war nicht mehr weit. betrübt machte milla sich auf den weg in ihre backstube. dort herrschte ordnung. alles blitzeblank, alles an seinem platz. das weiß der arbeitsplatte lud milla ein, den ersten wurf ins kreative tüfteln zu tun. sie trat heran, griff sich mehl, eier, rührschüssel und mixer, zucker, vanillin, backpulver, speisestärke, das salztöpfchen. einen anfang machen, beginnen, dann würde sich alles weitere ergeben.

alles weitere ergeben. beginnen. milla konnte sich an kein rezept erinnern, in dem von tortencreme aus pflaumen die rede gewesen war. blechkuchen mit pflaumen – die rezepte waren legion. beginnen … innen sah es ganz anders aus. ob sie nicht besser doch allein zu den fremden gegangen wäre, nachgefragt hätte? warum nur hatte sie nicht den weg über die straße genommen? hin zu den wohncontainern. die letzten meter gehen, die letzten, die letzten? die letzten meter eines irrtums hin zu einer enttäuschung. einer selbsttäuschung, vielleicht, der sie, milla, aufgesessen war.

der tortenboden aus biskuitteig entstand wie nebenher und wölbte sich im backofen wie ein atmendes tier der vollendung entgegen. pflaumen, wir sind doch keine pflaumen! die junge frau hatte sich vehement gegen diesen vergleich verwehrt. wehr. was war bedrohlich an einem vergleich mit pflaumen? in china, so hatte milla gelesen, galt der pflaumenbaum als baum der erkenntnis. und im vorderen orient sollte, las sie, die pflaume symbolisch für unberührtheit stehen und sogar als glückssymbol gelten. die im kulturkreis der jungen frau abwertende zuschreibung pflaume für einen menschen mochte hier auslöser sein für die heftige abwehr.

der vordere orient, also auch syrien, also auch tarik. wo mochte der junge nur stecken, und, das bedrängte milla noch viel mehr, wie mochte es ihm ergehen, jetzt, irgendwo da draußen? pflaumen. ‚milla, reiß dich zusammen‘, dachte sie und versuchte, sich auf den auftrag zu konzentrieren. die creme! die sollte eine mit pflaumen sein. und doch, nein, lieber keine stücke, keine fasern. aber wie? und überhaupt, so, wie sich die junge frau dermaßen zur wehr gesetzt hatte gegen die pflaume als zentrales thema der torte, die nicht nur dem geschmackssinn des paares, sondern auch jedem unbeteiligten gaumen das bild der jungen liebe wachrufen sollte. dürfte sie, milla, das ignorieren? ‚tarik ist jetzt irgendwo da draußen. vielleicht braucht er meine hilfe‘. tarik, er hatte ihr zugehört. ohne vorbehalte. hatte gelten lassen, was sie an bildern zu ihren torten entwarf. milla stieg in den keller hinab und holte sich ein glas eingeweckte pflaumen, gab den inhalt in einen topf, erwärmte die pflaumen und passierte sie durch ein sieb.

der duft süßer pflaumen erfüllte den raum. sommer, spätsommer. blauer himmel. der wind wispert im laub des alten baumes, eine jugendliche milla kostet eine reife pflaume und spürt den süßen saft der frucht ihr kinn hinabrinnen.

„etwas mit pflaumen?“

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04. meer

kunstverein oberwallis - der auftrag

an das meer gehen hilft vielleicht weiter, oder lässt wenigstens, den mangel an ideen erträglicher werden.
kobalt ist schon mal eine schöne farbe und macht sich auf weissem papier immer gut.

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