komm..

ratur aquarell

gerda erwachte. tanzte mit den sonnenstrahlen auf den staubpartikeln, die sich über der beflissenen geschäftigkeit unter ihr in der schwebe hielten. dort unten lag ihr körper, erkaltet. die totenstarre hatte eingesetzt und breitete sich von den lidern und der leicht geöffneten kinnlade her im körper aus. ihr geist hatte zu existieren aufgehört. der arzt hatte den totenschein ausgefüllt, man wartete auf den bestatter.

das fenster hatten die pflegekräfte auf kipp gestellt. dass die seele das zimmer verlassen könne, versicherten sie einander. die angehörigen räumten das zimmer. in dessen mitte hing, über einen stuhl gelegt und seit gestern abend unberührt, ihr lieblingskleid. das kobaltblaue mit den weißen punkten.
doch zugleich schmiegte es sich um ihre lichtgeflutete präsenz. gerda ließ sich mit den bloßen füßen zur decke kopfüber ins zimmer hinein baumeln und lächelte den sonnenstrahlen zu, den tanzenden staubkörnern und ratur lite, der vom fenster her auf sie zu schwebte:

guten tag, gerda!

guten tag, ratur!

du … du erinnerst dich an mich?

ja, warum auch nicht?

ja, warum auch nicht. komm, lass uns gehen, gerda.

ja. heut ist ein schöner tag am meer.

sequenz 48 von 48 der serie ratur lites

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das weiße

ratur aquarell

weiß ist wie ebbe, ist mehr als das fehlen von farbe, ist mehr als die abwesenheit von schwarz. schwarz auf weiß ist aufkommende flut, präsent, das weiße scheint grund zu sein dem schwarzen, hintergrund – und doch ist es mehr als nur ein dahinter. vielleicht ist es das davor. enthält sein widerschein doch alle farben und wirft sie zurück, unserem auge entgegen. weißes licht, ungebrochen, ungebrochenes siegel. vielleicht ist das weiße die eigentliche dunkle materie der literatur. ist stille, die vor dem urknall, ist das schweigen, füllt leerzeichen an und leerzeilen. lässt raum, lässt welten raum, weltraum. das weiße ist diesem universum voids. und geschichten, auch die noch nicht erzählten, sind darin die filamente, schwarz auf – aus weiß sich erschaffend, abbildend. und so, wie die voids des uns umgebenden universums zu riesig sind, als dass sie mit dem weichen der materie aus diesen räumen zu erklären wären und also zugleich mit der baryonischen materie entstanden, so ist das weiße mit all dem ungedacht, ungesagt verborgenen darin entstanden, als der erste organismus zu denken begann. der in uns geborgenen, noch nicht erzählten geschichte kommen wir über die stille, das schweigen und das weiße in uns näher als über alle weisheit. weisheit, die sich uns schwarz auf weiß ausbreitet, einem sternenzelt gleich, wie es uns vertraut ist, wenn wir des nachts verlassen, was uns über den tag schneckenhaus war. des tags, wenn wir sonnenuhren folgen.

sequenz 47 von 48 der serie ratur lites

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wenn die flut…

ratur aquarell

ein breiter priel hinderte ratur am fortkommen. hier. hier? warum? warum … nicht? ratur ging in die hocke. weich und kühl der schlick unter seinen füßen, zwischen den zehen. der horizont hatte sich um raturs gestalt gelegt. wo ratur auch hinsah – er schien in jede himmelsrichtung gesucht gleich weit entfernt, schien zum stillstand gekommen. über sich das strahlende blau des himmels setzte ratur sich nieder, ließ sich hintenüber fallen und lauschte dem wind, der über ihn hinwegstrich.

kaum merklich hatte das wasser zu steigen begonnen, kam das meer zurück, leise, ganz leise. umspülte kalt den rücken. für einen moment, nur für einen moment, stockte ratur der atem. eine schar säbelschnäbler floh plüüüiiiit! von seewärts das steigende wasser und ließ sich rings um ratur im flachen wasser nieder, das sie, die schnäbel wie sensen durchs wasser streichend, nach muscheln, würmern und schnecken durchsuchten.

ob es wohl menschen gäbe, die das wesen literarischer gestalten als das ihre annehmen? also, anders als jene, die eine geschichte wie die seine weiterdenken und ihn als literarische gestalt zumindest für eine weile unsterblich machen, eine literarische gestalt – verkörpern? eine besondere form der inkarnation. und er, ratur lite, könne, derart zugelassen und aufgenommen, mensch werden, aus fleisch und blut, sein wesen in einem anderen geborgen – wie eine seele – unauffindbar und doch das ganze durchdringend wie ein ruf, eine noch zu erzählende geschichte. gerade so, wie auch er einem menschen und dann wieder aus vielen heraus entstanden und in die welt entlassen worden war. spiel. windhauch. das wasser stieg.

und stieg. nahm von dem blau seiner hose und dem titanweiß seines hemdes, zog eine sich verlierende spur dem küstensaum zu. raturs äußeres blich aus, zog mit dem wellenschlag und verblasste. das wasser reichte ihm nun bis zu den ohren. ratur lag, den blick im himmelblau, spürte dem spiel der sachte aufrollenden und dann wieder weichenden wellen in seinem haar nach und streckte suchend, michelangelo hätte seine freude daran gehabt, den zeigefinger aus in den wolkenlosen himmel.

unaufhaltsam: das weiß … wie morgensonne spürte ratur es in sich aufgehen, erstrahlen und raum greifen. das wasser begann, über ihn hinweg zu streichen. alle farben raturs hatten sich dem spiel der strömung ergeben, waren meer geworden. nun folgten die konturen. lösten sich aus ihrem zusammenhang und, einem tiefen, letzten ausatmen gleich, aus der umschreibung seiner literarischen gestalt. schwangen für eine weile mit dem seetang, bis letztendlich auch sie losließen und gingen, mit dem wellenschlag gingen, mit der sich wiegenden dünung.

sequenz 46 von 48 der serie ratur lites

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am strand

ratur aquarell

die luft begann, salzig zu schmecken. mit der zunehmenden kraft der aufsteigenden sonne hatte der wind gedreht und wehte von see aus landeinwärts. ratur erinnerte das lächeln, das ihn umspielt hatte wie dieser auflandige wind, um sich sogleich mit dem wässrigen blau der augen darin zu verlieren, haltlos, irgendwo hinter dem deich.

am deich angekommen lehnte ratur lite sein rad an einen zaunpfahl, schwang sich über den knotengitterdraht und lief den deich hinauf. schafe lagen im windschatten des deiches und käuten wieder. vor dem deich erstreckte sich der sandige strand, an dem ratur noch gestern gestanden und seine zehen in den sand gegraben hatte. ratur zog seine sandalen aus, stellte sie sorgsam ab und lief den strand hinab.

ebbe. das meer hatte sich zurückgezogen. irgendwo fern am horizont reflektierte es das licht der immer höher steigenden sonne. sonne. ratur griff sich aus dem sand einen vom salzwasser ergrauten zweig, steckte ihn in den sand und markierte die spur, die sein schatten auf den sand warf.

herr, es ist zeit. der sommer war sehr groß …

nach dem mond gehen. auch des tags. am ufersaum hatte die weichende flut ein dünnes band zerbrochener schneckenhäuschen zurückgelassen. ratur zog aus seiner hosentasche das eine, das ihm vom gestrigen tag geblieben war, und legte es behutsam zu den anderen. wenige schritte weiter schon im blick zurück nicht mehr auszumachen, wusste er es dort liegen und seine geschichte erzählt. nicht zu ende erzählt. warten … auf flut. warten?

ebbe ist …

ebbe ist mehr als die abwesenheit von flut. mehr als das fehlen von wasser, mehr als die tatsache, dass das, was in unseren augen das meer ausmacht, zur anderen seite der erde hin gezogen wurde. an einem anderen ort ist, fern. während ebbe von wasser reden ist eimerweise, ebbe fluten wollen hybris, bei ebbe auf flut warten missachtung. ebbe erklärt man nicht mit worten aus wasser. nicht: ebbe ist … – ebbe sein lassen. ebbe. ebbe halten. ebbe hören. ebbe zuhören. ebbe aushalten. ebbe ist ebbe. da geht der mutige hinaus auf den meeresgrund, so weit, wie das herz trägt.

bedächtigen schrittes lief ratur los und ließ das grün des deichs weit hinter sich.

sequenz 45 von 48 der serie ratur lites

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der morgen ist kühl

ratur aquarell

ratur schwang sich aufs rad, stemmte sich energisch in die pedale und fuhr aus der stadt, der aufgehenden sonne entgegen. die kühle morgenluft umfing ihn in tröstlicher umarmung, strich sein
haar zurück, legte sich auf die erhitzten wangen und schmiegte sich vom hals her die brust entlang unter sein hemd.

die nacht hatte den horizont wieder hergegeben und seinem spiel mit nähe und ferne überlassen. an die enge der stadt folgten weitläufige ackerflächen und weidegründe. an den grashalmen glitzerten ungezählt glasklare tautropfen, in denen die welten ringsum sich spiegelten. jede in ihrem tautropfen um eine idee anders als die anderen, auf den kopf gestellt. jede mit einem ratur darin, der eine allee entlang radelte …

srrr…

vertraut das geräusch der über den asphalt rollenden reifen, das der über kettenrad und zahnkranz surrenden kette und das helle sirren der speichen. ratur genoss es. sah seine beine auf und nieder takten und fühlte sich strecke machen, vorankommen. fühlte, wie seine atemfrequenz zunahm, sich vertiefte, wie die kühle luft über die weit geöffneten nasenflügel einströmte und an die bronchien reichte, bis mit zunehmender strecke sich der mund öffnete und sein atmen noch lauter hörbar wurde.

die fahrt heute empfand er ganz anders als die gestrige, als es ihn vom meer heimwärts zog und die nacht ihn einholte, sich um ihn schloss. nicht heimkehr war es, die den oberton seiner gedankengänge ausmachte, aufbruch, aufbruch durchströmte ihn mit jedem herzschlag, jedem atemzug, jedem auf und nieder seiner beine. es zog ihn, zog ihn ans meer.

auf halber strecke führte sein weg ihn durch ein waldstück. fichten. die nahmen dem morgenlicht von dessen glanz und der klang des dahineilenden rades brach zwischen den alten stämmen und tief hängendem geäst. ratur ließ das rad auslaufen, seine beine sich erholen, seine gedanken schweifen.

das weiße, das zu denkende. was davon mochte wohl in den bäumen ringsum darauf warten, erzählt zu werden. welche dieser fichten mochte wohl eines tages in einem kamin knackend vergehen, welche in einer violine weitererzählt werden? welches noch zu spielende lied schlummerte in einem dieser bäume? welche ihrer vielen jahre würden, das holz zu papier verarbeitet, niemals erklingen?

das dunkel des waldes lichtete sich. die allee hatte ihn wieder. die sonne war unterdessen weiter gestiegen und ihre strahlen hatten mittlerweile genügend kraft gewonnen, dass sie raturs schultern und rücken wärmten.

srrr…

ans meer, srrr… ans meer

sequenz 44 von 48 der serie ratur lites

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einem neuen tag entgegen

ratur aquarell

wieder verschwand der kater und ließ ratur alleine zurück. der drehte sich auf dem sofa zur seite und schloss die augen. schwarz. was sonst? der ihn ausdachte, machte seine existenz am funktionieren seiner sinne fest und meinte, dass, würde er einst enden, alles enden würde in stille und dunkel. doch nicht einmal die, dämmerte ratur, würde es geben, müssten sie doch erst einmal gedacht sein, aus dem zu denkenden hervor gedacht.

die welt hatte sich, derweil ratur auf dem sofa gelegen hatte, weitergedreht. hatte sich nicht um ratur gedreht, dass der unverändert geblieben wäre, sondern hatte sich gedreht mit ratur auf ihr und in ihr eingeschlossen. die strahlen der aufgehenden sonne woben zunächst licht ins dunkel, dann farbe. allgemächlich fluteten licht und farben raturs zimmer, raturs welt, helligkeit sickerte durch seine geschlossenen lider. hob ihn aus dem nachtblauen sofa.

schweigend ging ratur in die küche, brühte einen kaffee auf. während er den kaffee schlürfte, die tasse in seiner rechten, betrachtete er seine linke hand. drehte und wendete sie. einerlei, ob er nun mensch war oder literarische gestalt, er bestand aus kleinsten teilchen, die sich zueinander und ineinander gefügt hatten, die er wahrnahm aus deren wechselspiel untereinander und dem mit seinen sinnen. aus impulsen, die entstanden aus seine nervenfasern entlangrasenden elektrischen entladungen, reflektierten photonen und deren einschlägen, deren rezeption. und unermesslich viel leerem zwischenraum. aus teilchen, von deren gehäufter aufenthaltswahrscheinlichkeit sich das manifestierte, was er körper nannte oder … die geschichte. seine geschichte. die, die ihn erzählte, und auch die geschichten, die aus ihm entstanden und aus der tatsache, dass sie in anderen welten als der seinen fortgeführt wurden.

wo, fragte sich ratur, wäre da platz für ein ich? ob das ich ein raum wäre, so wie eine geschichte ein raum ist, der erzählt sein will, zu ende erzählt, um sich zu erfüllen?

ratur schwieg. suchte seine siebensachen zusammen, zog die tür hinter sich ins schloss und ging die stiegen hinab zu seinem rad, das an der hauswand lehnte.

sequenz 43 von 48 der serie ratur lites

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sein oder nichtsein

ratur aquarell

noch immer lag ratur auf dem nachtblauen sofa aus plüsch, nur dass seine rechte nicht mehr in luftiger höhe, sondern in seiner hosentasche tastete, nach den schneckenhäuschen tastete, die er am nachmittag mitgenommen hatte vom strand. er zog sie hervor. die meisten hatte es auf dem weg vom meer in die stadt zerrieben. wie es verlassenen schneckenhäuschen, die man sich bewahrt, nun einmal so ergeht, waren sie auf der strecke geblieben. irgendwo unterwegs. das, was sie ausmachte, war unwiederbringlich zerstört, nicht so der stoff, aus dem sie bestanden hatten.

eines der schneckenhäuschen hatte den tag überstanden. ratur rollte es zwischen den fingern, betrachtete es, wog es in seiner handfläche und fuhr damit seine gesichtszüge entlang. er fragte sich, was, wäre er ein schneckenhaus, mit ihm geschähe, wenn seine geschichte erzählt und vergessen wäre. keine antwort. die stimme aus dem abseits war verstummt. kein kater, der es sich auf raturs bauch gemütlich machte und sich dort mit raturs atmen wiegte.

ein schneckenhaus sollte er sein? ein schneckenhäuschen, entstanden in einem schneckenhäuschen. viele und – keines. nicht aus aragonit bestehend, sondern aus geschichten von – und deren weiterdrehen in – anderen menschen. eine welt, die, scheinbar aus dem nichts entstanden und aus sich selbst verständlich, in eben solchem enden könnte, jedoch ohne sich darin zu verlieren. weil er, ungeachtet des einen, unwiederbringlichen untergangs, in vielen anderen welten existent bliebe.

ratur erinnerte sich an seinen tag am meer und daran, wie unendlich weit ihm dessen wogen erschienen war. welle an welle, tropfen an tropfen. daran, dass es über dem meer geregnet hatte. dass wolken feinster wassertröpfchen über seinen kopf hinweg landeinwärts gezogen waren und mit dem grundwasser unter seinen füßen den gezeiten folgten. an den horizont erinnerte ratur sich und wie dieser, je nachdem, aus welcher perspektive ratur nach ihm suchte, nah war und fern schien – doch zugleich unerreichbar blieb.

ratur spürte in sich hinein, seiner angst nach, sich zu verlieren. vergessen werden. wie sich das wohl anfühlen würde. zumal es sich auf nur eine zerbrechende welt bezöge und …

druck. schwer und schwerer lastete er auf seinem bauch, seiner brust. schnurrte. wie aus dem nichts materialisierte der rote kater und schaute ratur aus großen augen an:

wenn du gehst, ratur, wenn du endest, irgendwo, irgendwo unterwegs endest, ratur, in vergessenheit gerätst, ratur, dann gehst du zurück in das weiß, aus dem heraus du entstandest.

schön, dass du wieder da bist, kater. warst du in jenem weiß?

ich wurde daraus, doch kann ich im weiß nicht sein, weil ich nicht mehr bin, wenn ich ins weiß gehe. alles ist weiß, weiß ist alles. das ungedachte. das zu denkende.

so wie menschen?

die menschen meinen, dass sie, wenn sie enden, ins dunkel gehen. dass sie sich auflösen. sie nennen es tod. ihnen wird schwarz vor augen, ohne wiederkehr, und sie gehen ins schwarz. manche hoffen, in ein licht gehen zu können, weißes licht, also ins weiß. dabei zerfallen sie lediglich in ihre bestandteile.

sie zerfallen in ihre bestandteile? so wie wir?

nein, ratur, anders. du bestehst in ihnen, gehst in ihren geschichten, und endest, mit jeder welt, die ohne dich ist, im vergessen. doch solange menschen sich geschichten erzählen, sie niederschreiben, werden literarische gestalten wie du und ich auf – und aus dem weiß entstehen, schwarz auf weiß, in steter wiederkehr. doch zugleich unsterblich sein im erinnern vieler anderer. daher sind wir keines und viele, wenn du uns mit dem schneckenhäuschen vergleichst, das du in deiner hand hältst. wir kamen aus dem weiß und aus dem schwarzen auf dem weißen stehen wir auf.

und menschen?

menschen bestehen aus körper, geist und seele – und diese dreieinigkeit verliert sich, gerät aus dem zusammenhang, unwiederbringlich. der geist, an die existenz des körperlichen gebunden, verliert sich zuerst, und damit enden persönlichkeit und integrität. dann der körper, der verwest. die seele – man glaubt und hofft, dass es die gibt, sei unsterblich, heißt es. sie bleibt. sie ist das licht, ein göttlicher funke.

licht?

ja. das weiße im schwarzen, des menschen dunkel.

dann ist die seele so etwas wie das zu denkende?

eher so etwas wie das gedachte, ratur. ohne den menschen dann wieder das zu denkende im zu denkenden.

dann haben auch die menschen einen – ausdenker?

sie hoffen es, hoffen, nicht in vergessenheit zu geraten. hoffen auf wiederkehr, darauf, neu erzählt zu werden, auf eine neue geschichte mit ihnen darin. hoffen, weiterzuleben in ihrer seele.

und die geht ins licht, die seele?

wenn sie geht, wenn – geht sie ins weiß, ratur.

dann …

ja, ratur?

… ist die seele, wie wir, literarische gestalt?

ja, ratur. zumindest dann, wenn man von ihr erzählt als von etwas, um dessen tatsächliche existenz man nicht weiß, ergeht es ihr so wie uns literarischen gestalten.

sequenz 42 von 48 der serie ratur lites

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