missfiel

bild zu markus a. hediger

„den stühlen missfiel der tisch.“

text:

rot

red hair

„blauäugig vertiefte ich mich in ihr rotes haar.“

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revers

revers

„an seinem revers liess sich sein ganzes leben ablesen.“

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bunter himmel

himmelwärts perspektiv wechsel

Unter dem bunten Himmel voller rauschender Federn lässt das Piratenschiff ein Beiboot zu Wasser und rudert auf die Insel zu. Auch sie, die Piraten, sind vom himmlischen Spektakel ganz hingerissen. Sie recken ihre Hälse und strecken ihre Köpfe so weit in die Luft, dass ihre Nasen in der Paradiesvogelwolke wie in einem Nebel aus einem Kindertraum verschwinden.

Von dem Schauspiel abgelenkt, haben die Piraten mich noch gar nicht entdeckt. Ich nutze die Gunst des Augenblicks und verstecke mich hinter einer Palme.

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schwirren und flattern

arabesken mit farbe auf papier

Ich werfe mich in den Sand, bedecke meinen Kopf mit Händen und Armen, was nicht mehr als eine hilflose Geste ist, angesichts der Kanonenkugeln, die in wenigen Sekunden auf der Insel niedergehen werden. Doch das Kanonengedonner verstummt, es wird still und noch immer warte ich auf die Einschläge. Da, plötzlich, höre ich ein Schwirren und Flattern über mir. Ich schaue auf und sehe eine dichte, farbenfrohe Wolke über der Insel aufsteigen: Es sind hunderte, tausende Paradiesvögel mit Flügeln wie reich verzierte Fächer, Schnäbeln wie Ornamente und Schwanzfedern wie Arabesken.

Unklar ist, ob das Kanonenfeuer die Vögel aufgescheucht hat oder die Vögel vom Piratenschiff auf die Insel geschossen worden sind.

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eben

piratenschiff

Eben ist Luana im Kokosnusspalmenwald verschwunden, schon will ich ihr nach und sie besänftigen, sie – vielleicht – dazu überreden, mit mir die Schönheit der Insel zu erkunden (die Insel, auf die ich mich wünschte, sollte so schön sein wie Luana), da höre ich vom Meer her plötzlich einen gewaltigen Knall.
Ich drehe mich um und sehe, wie ein Piratenschiff unter vollen Segeln und mit knatternder Piratenflagge in unsere Bucht fährt und aus allen Kanonen auf mich schiesst.

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was hast du bloss getan

fische im wasser

Kaum habe ich mich vom Wellenwirbel erholt und wieder Tritt im weichen Sand gefasst, fällt mir eine Veränderung auf: „Etwas stimmt hier nicht“, murmle ich. Der Zuckerhut ist verschwunden. Auch die Stadt, die eben noch gleich hinter dem Strand begann, ist nicht mehr. Selbst der Sand ist anders, schneeweiss ist er jetzt, und das Wasser so klar, dass ich darin sich in phantasievollen Verzierungen verlierende Korallen erkennen kann. Überaus romantisch wirken auch die Fische im Wasser, die zwischen die Korallen farbenfrohe Tupfer setzen.

„Wir sind auf einer verlassenen Insel!“ rufe ich entzückt aus. „Nur du und ich!“

Auch Luana hat die Veränderung bemerkt, doch anders als ich ist sie davon gar nicht angetan.

„Was hast du bloss getan?“ ruft sie verärgert, wendet sich von mir ab und verschwindet im Kokosnusspalmenwald.

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