bohumil hrabal und oka nikolov

skizze zeichnung sequenz

etwas starr das bild des schriftstellers
der tauben für sein schweigen braucht
der nach ihnen greift
solange bis das schweigen wirklich beginnt

an dem du und dem tag starb der schriftsteller hrabal
er starb weil ihm die tauben riefen
sich zu ihm drängten
weil die augen die welt suchen und nicht umgekehrt
weil jede bewegung hinter der nächsten zurückbleibt
das weiß ein torwart doch auch
einer der berührt
der den ball berührt
der schweigend den ball berührt
nicht aus der ruhe zu kriegen ist
als hätte er einen satz von hrabal aufgehoben
das meer
manche sagen immer dasselbe über das meer und finden es traurig
wollen worte finden die noch nicht da waren
wollen sehen was in den worten noch stecken kann
wollen fallen ohne verletzt zu sein
wollen vergessen ohne sich zu erinnern

schade dass man aus den luftpumpen keine stadionsprecher machen kann
dass die wirklichkeit wenn man sie einmal erkennt
nie weiß wohin sie eigentlich gehört
gehört sie in einer der vielen kneipen in prag?
die biere bestellen sich selbstständig
sie begrüßen einander wie hrabals katzen
die sich wie kinder füttern lassen
den erholsamen schlaf schenken sie sich
stattdessen gehen sie ihrem schriftsteller hinterher
schauen zu wie der ein krug nach den anderen
mit den tauben trinkt
bis die tauben sagen
es ist genug

die alten geschichten lassen sich wiederholen und dann
springt er wieder
springt weil er genug hat
weil die worte die fehlen
tatsächlich fehlen und weil die wirklichkeit
wenn man sie ernst nimmt
tatsächlich fehlen und weil die wirklichkeit
wenn man sie ernst nimmt
tatsächlich nur ein sprung weit entfernt ist……von den tauben

bohumil hrabal // oka nikolov

text:

Dong

„Dieser Text ist die Chronik des Lebens meiner Mutter, meines Vaters und meines Onkels. Solange sie in der Welt der Erscheinungen weilten, hielten sie die Tasten meiner Schreibmaschine auf eine Weise fest, daß ich keinen Grund hatte, das Graphikon des Poetischen ihres Daseins zu zeichnen. Heute hält keiner mehr meine Hand, und ich konstatiere überrascht, daß ich eher alt als jung bin, daß ich im Verzug bin und daß einzig und allein ich es bin, der Kunde geben kann von der Brauerei des Städtchens, wo die Zeit stehengeblieben ist.“ Bohumil Hrabal

http://www.lovelybooks.de/autor/Bohumil-Hrabal/Die-Schur-142779670-w/

26. Januar 2014 - 09:46

marea

und alles voller eintracht.

26. Januar 2014 - 09:51

Dong

26. Januar 2014 - 11:04

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