
Unter dem bunten Himmel voller rauschender Federn lässt das Piratenschiff ein Beiboot zu Wasser und rudert auf die Insel zu. Auch sie, die Piraten, sind vom himmlischen Spektakel ganz hingerissen. Sie recken ihre Hälse und strecken ihre Köpfe so weit in die Luft, dass ihre Nasen in der Paradiesvogelwolke wie in einem Nebel aus einem Kindertraum verschwinden.
Von dem Schauspiel abgelenkt, haben die Piraten mich noch gar nicht entdeckt. Ich nutze die Gunst des Augenblicks und verstecke mich hinter einer Palme.

Ich werfe mich in den Sand, bedecke meinen Kopf mit Händen und Armen, was nicht mehr als eine hilflose Geste ist, angesichts der Kanonenkugeln, die in wenigen Sekunden auf der Insel niedergehen werden. Doch das Kanonengedonner verstummt, es wird still und noch immer warte ich auf die Einschläge. Da, plötzlich, höre ich ein Schwirren und Flattern über mir. Ich schaue auf und sehe eine dichte, farbenfrohe Wolke über der Insel aufsteigen: Es sind hunderte, tausende Paradiesvögel mit Flügeln wie reich verzierte Fächer, Schnäbeln wie Ornamente und Schwanzfedern wie Arabesken.
Unklar ist, ob das Kanonenfeuer die Vögel aufgescheucht hat oder die Vögel vom Piratenschiff auf die Insel geschossen worden sind.

Eben ist Luana im Kokosnusspalmenwald verschwunden, schon will ich ihr nach und sie besänftigen, sie – vielleicht – dazu überreden, mit mir die Schönheit der Insel zu erkunden (die Insel, auf die ich mich wünschte, sollte so schön sein wie Luana), da höre ich vom Meer her plötzlich einen gewaltigen Knall.
Ich drehe mich um und sehe, wie ein Piratenschiff unter vollen Segeln und mit knatternder Piratenflagge in unsere Bucht fährt und aus allen Kanonen auf mich schiesst.