das habe ich so nicht gemeint!

ratur aquarell

ratur hörte sich rufen und erschrak vor sich selbst. nicht nur, dass er eine katze sah, wo eigentlich keine sein sollte, nicht nur, dass er zudem sich mit dieser katze unterhalten hatte, nein. gerade jetzt, als sich dieser spuk der realität zu ergeben begann, wollte er diese rückkehr zu gewohnter, lieb gewonnener normalität aufhalten, ja, rückgängig machen!

puh! das war knapp …

… purrte der kater ihm jetzt nase an nase entgegen und rieb seinen kopf ins gesicht raturs …

beinahe hättest du mich geopfert.

geopfert?

kleine wirklichkeiten sind wir, einander und jedem. doch können wir einander leugnen und uns vernichten, also das, was wir uns wirklich sind – und, dass wir uns wirklich sind. und wenn wir einander nicht wirklich sind, sind wir nicht wirklich, ja, sind wir nicht.

sind wir nicht mehr? und die wahrheit?

die kommt ganz gut ohne uns aus, doch bleiben wir ihr, als teil, als teilchen.

als teilchen?

ja, ratur, teilchen oder welle, das kannst du dir aussuchen. auch das ist wirkende wahrheit.

wirkliche wahrheit? gibt es auch unwirkliche?

ja, klar, schau mich an. du hältst mich für eine unwirkliche wahrheit. das ist dein wirken auf mich.

wirkende wahrheit. dabei wirkst du eigentlich auf dich selbst ein, damit nicht du dich auflösen musst, genauer gesagt deine vorstellung von der welt und den dingen, wie die zu sein und zu bleiben haben. dass du dich nicht verlierst in dem, was möglich ist. dass etwas anders ist als es in deiner vorstellung zu sein hat, stellt dich in frage – das ist der käfig, den du dir gebaut und in dem du es dir, ängstlich wie du bist, gemütlich eingerichtet hast.

ach?

erinnerst du dich, wie du am meer standest, die augen geschlossen und ein meer vor deinem inneren auge sahst, dass sich neu schöpfte aus deinen hören, deinem fühlen, deinem erinnern?

wie das verschwand, als du die augen öffnetest?

ja …

und, erinnerst du dich an … sie?

navigation der serie
sequenz 31 von 48 der serie ratur lites

text:

silke hoffman via facebook

Wir sind umgeben von einer Heisenbergschen Unschärferelation, sind im Augenblick Teilchen das Welle wird sobald man schaut…Wir sind alle irgendwie Taucher im Quantenmeere und suchen entropische Optionen…#miow

29. August 2016 - 19:22

Ulli

Wirkende Wahrheit – fein gewirkt!

Ich denke an die relative und die absolute Wahrheit, an Kater Murr und alles dazwischen.
Ich freue mich auf die Fortsetzung und danke herzlichst
Ulli

29. August 2016 - 20:00

Bess

Ob meine sichtbar-unsichtbar-katze eine katze wäre? oder eine eule? sie kann sehen, wenn ich blind bin.

29. August 2016 - 22:00

graugans

ich glaub nicht, daß ich jemals ein sympathischeres Fellgesicht gesehen habe…so eine große freude!!!!

30. August 2016 - 18:30

rittiner & gomez

@graugans: auf der insel, sind sogar die kater freundlich.

31. August 2016 - 08:25

Ludwig

es ist das schwingen der kleinsten
teilchen der teilchen, die bestimmen
was wir sind, wir klingen ungehört mit
jedem stein, allein, ein all, dem fall
aus engen zusammenhängen und klängen preis
gegeben ein leben

31. August 2016 - 23:55

Dolphilia

@Ludwig…wir sind die kosmischen Strings unserer Gedanken und spielen Melodien unsererselbst ;)

1. September 2016 - 09:48

Ludwig

mit welcher Frequenz werden wohl die Strings schwingen, die ein Elektron (die Elektronen) bestehen lassen, auf dem einer unserer Gedanken durchs Hirn flitzt? In welchen Dimensionen wird sein Schwingen sich bewegen, sich aufhalten?

2. September 2016 - 00:43

Dolphilia

@ludwig…in der 11ten und in der eigenen;)Wir sind immer unsere eigenen Räume, unsere eigenen Zeiten…Wie schwingt der Tod, wie schwingt das Leben, das Dazwischensein?

3. September 2016 - 12:13

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