meer

meer aquarell

die frau hat das interesse verloren. vielleicht auch die möglichkeit, „ich“ zu sagen. die gedanken geordnet und nacheinander durch ihren kopf ziehen zu lassen. sie kümmert sich nur noch notdürftig um sich selbst. manchmal vergisst sie zu essen. häufiger vergisst sie, die kleider zu wechseln, ihr haar zu kämmen.
wenn sie die innere bewegung nicht mehr aushält, die art, wie die gedanken gegeneinander anrennen, nimmt sie ihre jacke und geht zum strand.
aber das kommt selten vor. sie kann viel aushalten. das ist etwas, das sie nicht verlernt.
sie verlernt zu staunen, und ihren tränen beachtung zu schenken. immer seltener bemerkt sie sie überhaupt.
sie sitzt am fenster und lauscht den geräuschen. dem rauschen und brüllen des meeres, den schreien der möwen.
es tut gut, absolut nichts davon zu verstehen.

text:

Inselmittwoch | muetzenfalterin

[…] Frau ist schon gestern auf der Insel […]

15. Mai 2013 - 09:06

haushundhirschblog

So fein dieser Himmel hier im Bild auch gemalt ist: man wünschte der Frau, dass er aufreißt, irgendwann.
Wieder eine schöne und gelungene Zusammenarbeit hier!

mb

15. Mai 2013 - 19:22

Holger Ehrlich

wundervoll – beides …

16. Mai 2013 - 16:46

Frau Blau

möge die Frau verlernen immer nur auszuhalten, stattdessen zu lernen wieder ihr Haar zu kämmen und einen Apfel zu essen …

möge die Wellen ihren Gedankenaufprall mit sich nehmen, möge es friedlich in ihr werden …

herzliche Grüße
Frau Blau

18. Mai 2013 - 10:01

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