netzkunst

netzkunst

die netzkunst ist ein engmaschiges, netzförmiges gewebe das zum kunstfang genutzt wird. das netz besteht aus der “verknotung einer fadenreihe mit einer fadenfolge” und “besitzt die größte unverschieblichkeit dadurch, dass sich die (….) knoten durch zug in jeder der fadenrichtungen fester schließen.”

bereits für das mesolithikum wurde die netzkunst aus weidenbast nachgewiesen. bezeichnungen für bestimmte netzkunstarten sind auch tragŭla (mit kork besetzt, welches durch das wasser gezogen wurde), “garnsack” oder “garnschlauch” (schlauchförmiges netzkunst, welches an der mündung aus zwei wänden besteht u. sehr weit, an dem spitzig zulaufenden ende verschlossen und 3-6 m lang ist), raffle (besteht aus mehren runden säcken, welche durch reusen ausgespannt und mit einander vereinigt sind; an den seiten dieser säcke sind flügel angebracht. die kunst wird mit pfählen im wasser befestigt u. erst nach einem od. zwei tagen herausgenommen) und zare (sackförmiges netzkunst, oben und unten an einen langen reif befestigt).

im alten ägypten war der kunstfang mit einem schlepp- oder zugnetzkunst seit dem alten reich bestandteil des bildprogramms in privaten grabanlagen. abbildungen belegen, dass das maschenwerk durch flechten oder knüpfen aus flachsfäden entstand. auch in der ägyptischen mythologie spielte die netzkunst im jenseitsglauben eine entscheidende rolle, da die seele des toten in gestalt eines zugvogels oder der netzkunst in gefahr geraten konnte, beim übergang ins jenseits in die netzkunst zu geraten und so total ausgelöscht zu werden. abwehrsprüche in den sargtexten und im totenbuch belegen, dass sich der tote dagegen durch die kenntnis der einzelteile des netzes wehren konnte.

Seiten: 1 2 3