zur seite, herr mladic

comic

wir eilten langsam den strand entlang. wenn wir gewusst hätten, das wir etwas suchten, wären wir sicher erwacht, hätten in die luftlinien unserer körper geschaut, blinde betrachten die welt immer so, dass ihr blick wenn er die sehenden trifft, nichts fallen lässt.
aber wir stehen zwischen den posten, wir die wir nie irgendwo stehen, verlassen das erkennen, vergessen die worte die uns erinnern, die uns daran erinnern, dass uns die bergaffen verkleidet als möwen hinterher sehen, über uns reden, wissen, dass wir mit dem leben nicht klar kommen.
wir, das sind harte nüsse, wenn wir das sagen, werden wir ganz weich, als ginge es darum, dass wir ernten, das wir erkennen was an anderen tagen nur blinde erkennen, blinde die über ihren zeitsinn lachen, blinde die überhaupt lachen, die fäden in der hand tragen, die alten mühen, die vielen jahre dazwischen. wir runden das meer ab, was wir suchen ist das fassen, das vermögen, dass wir betrachten, als setzen wir uns auf die nächsten sätze, als belegen wir die worte mit unseren fangarmen.
dort, rufen wir und meinen nichts, wir können ja nur nichts meinen, denn wir beginnen am tag zu zweifeln.

in irgendeiner zelle schweigt ein gefangener über das sterben, er befiehlt dem mob still zu bleiben, er macht sich auf die reise nach -den haag-, seine augen knistern nicht mehr, sie verlassen das knistern, er darf nicht mal mehr seine fahne mitnehmen, er nimmt sie trotzdem mit, er hat einen eid drauf gelassen auf die fahne, auf den ruhm, auf die vielen vielen schritte die ihn tief bewegten.

wir sitzen fest wir können nur festsitzen. verstehen sie, wenn wir den sand berühren, machen wir kleine kugeln daraus, die wir nicht ertragen, weil sie uns daran erinnern, wie müde sie war bevor sie erwachte, wie sie nur auf den drängen der ärzte schlief, um auch dort diesen tag zu erkennen, diesen tag der angst, der nicht nur auf sie wartete.
es war alles geregelt, aus den nestern krochen die anderen und schoben ihre tränen an die wand, sie wartete auf die angst, sie wartete darauf dass sie schossen, sie schossen erst später und nur auf die männer, egal wie alt sie waren, nur wenige konnten fliehen und die, die fliehen konnten, fluchten über ihr gedächtnis, fluchten über die netze, über den schaum, über die trägen tage, über die sehnsucht die das meer auffing, dumme tränen, riefen sie, und rutschten zur seite. was ging da vor.
man erkannte die worte nicht, man hörte nur ein stampfen.

was erzählst du da, was tust du.

ich schreibe, ich schreibe worte ins gedächtnis, ich springe ab und zu davon ich verbrenne nicht in den worten, ich schütte die worte ins meer, was wird das meer mit den worten tun, es wird sie vergraben, es kann sie nicht erkennen, es kann sie nur vergraben, diese worte, die hinter dem begräbnis stehen in der ein sagenhafter schriftsteller eine rede hielt. wir halten seine hand, wir rufen ihm zu,
begräbnis, davon hatten wir viele und du warst auf keinem einzigen, aber wenn wir wollen können wir so tun, als hättest du sie alle beschissen und meintest uns damit als du von jugoslawien sprachst und dich erinnerst, als ein land das wir vergessen mussten, nicht die.

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