
Bisher kamen sie alle zehn Jahre auf die Insel, im Anbetracht ihres fortgeschrittenes Alters, wollen sie auf 5 Jahre verkürzen, den sonst wird es nicht mehr viele Treffen geben.
So kann auch das Unerzählte an Geschichten abgebaut werden.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Bisher kamen sie alle zehn Jahre auf die Insel, im Anbetracht ihres fortgeschrittenes Alters, wollen sie auf 5 Jahre verkürzen, den sonst wird es nicht mehr viele Treffen geben.
So kann auch das Unerzählte an Geschichten abgebaut werden.

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Das Tram ist überfüllt, woher all die Menschen kommen bleibt ein Rätsel, einige führen auch noch Gepäck mit sich, keine Ahnung was die damit vorhaben.
Der Fahrgast vis a vis beklagt, das seine 91-jährige Mutter ihn immer noch kritisiere, dabei sei er jetzt doch 65 und erwachsen. Er besuche sie jedes Wochenende. Also dieses jetzt nicht, da er ja auf die Insel gereist sei, was sie auch nicht gut fand. Gegenüber sitzen 5 Frauen auf vier Plätzen und trinken Champagner. Die Frau mit einem grossen Korb, mit kleinem Hund, schaut ihnen wehmütig zu. Die Dame hinter uns sucht verzweifelt ihre Sonnenbrille. Ihr Mann verbeisst sich in ein Sandwich. Regentropfen rinnen langsam schräg über die Traumscheiben.
Das Tram, das den Hafen mit dem Leuchtturm verbindet, wird mit einem Luftdruckmotor angetrieben. Fahrplan gibt es keinen. Es fährt nach Bedarf zwischen 7 00 Uhr bis 11 00 Uhr. Fahrzeit 40 Minuten

Endlos geirrt und verirrt, begriffen erst nach Jahren, wenn überhaupt und trotzdem scheint für einen Moment alles gut zu sein.
Die Badehose hat er vergessen, den Besuch auch.

Er hadert noch immer mit seinem Fauxpas und erklärt allen ungefragt seine Version der Geschichte und verstrickt sich immer mehr in Widersprüche.
Dabei hat man ihn absichtlich umgeleitet, weil man ihm einmal zwei drei Tage Urlaub schenken wollte, die er freiwillig kaum angenommen hätte. Er glaubte sich ja immer unersetzlich.
Seine Frau träumt schon von ihrer nächsten Reise auf die Insel.

Die Insel mehrfach umrundet und durchquert, im Meer gebadet, im Sand flaniert und aneinander vorbeigeredet.
Jetzt auf der Fähre zurück auf das Festland ist keine Besserung in Sicht.
Seine Frau hat sich fest vorgenommen, nochmals alleine zurück auf die Insel zu kommen.

Jetzt ist alle verschüttet.
Seien Frau musste anreisen, um ihn wieder mit nach Hause zu nehmen.
Jetzt will er uns glauben machen, er sei nur angereist, um seine Frau bei ihrer Ankunft zu überraschen.
Auf alle Fälle wollen sie jetzt noch ein paar Tage gemeinsam die Insel geniessen.

Jetzt wird auch schon über ihn geredet.
Mehrmals fuhr er jetzt mit dem Tram von einem Ende der Insel zum anderen, in der Hoffnung die Fahrt gehe weiter.
Dem Inselwetter kann er auch nichts abgewinnen, zu feucht, zu windig und zu laut.
die worte sprühen
in mengen wie die pollen
klar wie vollmondnachtunklare sinnlosigkeit
belebt geist mit gütigkeit©HW
HerrWortranken

Langer Rede kurzer Sinn?
Da hat sich leider keiner ergeben.
Immerhin, mit Verpflegung und Logis ist L. D. von G zufrieden. Vielleicht sollte er den Aufenthalt doch verlängern.
Vor allem, weil er den nicht vorhandenen Bahnhof, der ihn wieder nach Hause bringen soll, immer noch nicht gefunden hat.

L. D. von G ist zum ersten Mal auf der Insel und zudem ist er felsenfest überzeugt, das er auf dem Festland von Bord gegangen ist. Aber es hilft nicht, irgendwann wird er es sich eingestehen müssen.
Mit Selbstgesprächen alleine schafft er es nicht zurück auf das Festland.
Der nächste Termin in G. ist in einer Woche, also es ist noch nichts Schlimmes passiert.