Zum Planen blieb keine Zeit, Elsa steigt in den ersten Zug, der in den Bahnhof einfährt und ist gespannt, wo die Reise hingeht. Ihr Sitznachbar ist leider ständig irgendetwas am Suchen. Soll sie ihn ansprechen? Oder muss sie ihm dann noch beim Suchen helfen? Jetzt wären Kopfhörer praktisch, aber davon bekommt sie Kopfschmerzen. Ein Sack Chips hat sie auch nicht zur Hand, sonst könnte sie ja in das Geräusch Konzert mit einsteigen. Immerhin in den Tunnels bekommt er akustische Konkurrenz.
Wo genau sie ist, weiss sie immer noch nicht.
Aber auf alle Fälle ist was los.
Und alles ist ihr so fremd und deshalb der Ort, den sie zu finden hoffte.
Dabei muss sie jetzt vor allem zurück zu ihrem Hotel finden.
Die Füsse brennen.
Das Zimmer in dem sie übernachtete, hat allem Anschein nach, alle Träume, von allen die jemals hier übernachteten gespeichert. Den nur so kann sich Elsa ihre Träume dieser Nacht erklären. Elefanten wurden vermisst, während sie eine steile Strasse mit dem Fahrrad hochkommen musste. Eine Dinosaurierin die andauernd, Junge gebärt, lief an ihr vorbei. Menschen, die sie noch nie sah, begleiteten sie. Bäume und Häuser schwebten an ihr vorbei und grüssten sie freundlich. Der Bus in der sie einsteigt, sieht aus wie eine riesige Katze und die spricht sie an: „Du bist spät. Der Zug fährt gleich.“ Im Bus fährt jeder Sitz an einen anderen Ort. Eine Band spielt und tanzt auf der Gepäckablage und der Schnee blendet sie …
Durchgeschlafen, ein Blick auf die Uhr. „Du bist spät. Der Zug fährt gleich.“
Nicht matt nicht frisch, es wurde „Windstärke 17“ von Caroline Wahl.
Ida hat nichts bei sich ausser dem alten, verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter, ein paar Lieblingsklamotten und ihrem MacBook, als sie ihr Zuhause verlässt.
Elsa hat eine sehr schöne neue Reisetasche, aber ein MacBook nicht einmal zu Hause, doch das Buch liest sich gut auf ihrer Weiterreise. Mit einer Fähre geht es weiter, der Steilküste entlang zu ihrem nächsten Etappenort. Sie bleibt an Deck, möglich das so ihr mitgeführter Gegenstand doch noch von den Eignern entdeckt wird.
Der Kobboi ist platt wie ein Pizzateig. Der Wind arbeitet auf der Radrunde nicht mit ihm zusammen. Jetzt gibt es eine Pizza Bianca und danach verfolgt er ganz entspannt das Radrennen Strade Bianche. Ein Espresso und Amaretti dürfen natürlich nicht fehlen. Milla Cremeso bring bestimmt noch ein Panna Cotta vorbei. Tutto bene.
Elsa sitzt im Kaffee einer Buchhandlung, an der Wand hängt ein Bild von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt. Beim Rühren im Kaffee, kommt ihr der Gedanke das die Namen überhaupt nicht passen, maximal frisch und friedlich dürr und matt wirken die beiden Herren nicht. Soll sie nun auf Verdacht von Dürrenmatt, das Dienstbüchlein von Frisch kaufen?
In der Pension steht Bernerpaltte auf dem Menuplan. Was das wohl sein wird?
Der Ton der Buchhandlung
Die Beziehung zwischen Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt gehört zu den spannendsten Konstellationen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Beide waren Schweizer Schriftsteller, nahezu gleich alt und weltberühmt – zugleich verband sie eine Mischung aus Freundschaft, Rivalität und Distanz.