
Ein Moment der Hoffnung.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Ein Moment der Hoffnung.

Im Universum hat es sicher genug Platz, für alles Ungehörte und Missverstandene.
Wer will schon alles verstehen?
Aus dem Radio …
Say goodbye to what you know
I’ve been unhappy
But not in the way that you are expecting when you listen
Steady as a dial toneI’m the best liar I know and I know a few
Like when I say I had a great day
My room has the clearest view of nothing
Though that’s nothing new„Dial Tone“ Fenne Lyli
An der Bar klingelt das Telefon, der Kellner lässt es fünf mal klingeln bevor er abhebt: Hallo … Ja … Ja … Ja … Ja … Ja … Bis dann.
Er legt auf und sagt zweimal: Nein, Nein.

Nicht gesagt
Nur um den heissen Brei
Geschrieben
Von der Seele
Nicht versendet
Und Missverstanden
Der Kaffee schmeckt an Tagen wie diesen noch besser und der Regen dauert.

Selbstverständlich tönt eine Sonntagszeitung nicht gleich wie eine Tageszeitung, so wie auch der Sonntag eine andere Farbe hat als die Werktage. Zugegeben, auch Werktage tönen nicht alle gleich.
Aber der Gast scheint zufrieden zu sein, er sitzt nun schon lange an seinem Tisch und hat auch noch einen zweiten Kaffee bestellt. Der am Sonntag natürlich auch anders riecht.
Katharina Vasces und der Kobboi leisten sich auch eine längere Kaffeepause.
Der Ton der Sonntags-Zeitung

Was sich da in seinem Kopf so alles abspielt? Er kann nicht folgen.
Er muss zurück, sonst gibt es dann nichts für in die Teller.
Nur mit fliegenden Untertassen werden sich die Gäste nicht zufrieden geben.
Zudem muss er ja noch an einem Tisch einen Lautsprecher montieren, auf dem er dann das Geräusch, von Zeitungsblättern ertönen lassen kann. Ein Gast kann seinen Kaffee ohne dieses Geräusch nicht trinken. Selbstverständlich muss das so eingerichtet werden, dass sich niemand von dem Geräusch gestört fühlt.
Auf der Isla Volante, gibt es keine Zeitung in Papierform.
Der Ton der Zeitung

Einfach hier sein.

Im übrigen habe er sich mit einem einfachen Trick, das bezahlen seiner Mahlzeit erspart. Seine Reklamation, dass sein Teller nicht sauber war, hätte zur Folge gehabt, das man ihm das Essen nicht verrechnete und erst noch einen Kaffee gratis offerierte.
Nachdem ihm der Kobboi aufmerksam machte, das er jetzt unverzüglich die Zeche, bei ihm begleichen könne, wurde er sehr leise. Bezahlte umgehend und verschwand.
Eine zarte, skizzenhafte Comicseite zeigt eine ruhige Küstenlandschaft, in der kleine Boote und zwei Spaziergänger am Meer in blassen Blau- und Sandtönen erscheinen.
Die Komposition ist in mehrere rechteckige Bildfelder gegliedert, die sich über die Seite verteilen und teilweise von lasierenden Farbflecken überlagert werden. In den oberen Feldern liegen Boote auf einer weitläufigen, ruhigen Wasserfläche; darunter öffnet sich die Darstellung zu einem Strand mit sanften Wellen. Zwei dunkle Figuren stehen oder gehen nahe der Uferlinie und bilden einen zurückhaltenden Blickfang. Handschriftliche Notizen, kleine Zeichen und orangefarbene Markierungen rahmen die Szenen und verleihen der Seite den Charakter eines illustrierten Tagebuchs oder Arbeitsentwurfs.
Die Menschen sind nur als schmale, dunkle Silhouetten angedeutet, ohne ausgearbeitete Gesichtszüge oder erkennbare Kleidung. Auch die Boote sind schlicht skizziert: Einige liegen weit draussen auf dem Wasser, andere näher am Horizont. Im unteren Bildbereich finden sich lose Linien und abstrakte Formen, darunter eine kreisförmige Gestalt und eine angedeutete Figur, die wie spontane Randnotizen wirken.
Das Werk verbindet Zeichnung und Aquarell. Feine, teils unregelmässige Linien treffen auf transparente Flächen in Blau, Grau, Ocker und blassem Grün. Die lockere Ausführung, sichtbare Überlagerungen und unvollständigen Details lassen den Entstehungsprozess bewusst erkennen; die Bildfelder wirken eher poetisch und beobachtend als streng erzählerisch.
Die Umgebung ist eine offene Küste bei gedämpftem Tageslicht. Heller Himmel, ruhiges Meer und ein breiter, blass kolorierter Strand schaffen eine stille, nachdenkliche Atmosphäre. Die zurückhaltende Farbgebung und die wenigen dunklen Akzente lenken den Blick auf die Weite des Wassers und die vereinzelten Figuren am Ufer.

Auf seiner Strandrunde wird der Kobboi von einem Touristen angesprochen. Der erklärt ihm dann ausführlich die Insel und wie und was man hier alles tun und unbedingt sehen müsste. Er hat ihm auch dringend empfohlen, die Küche des Leuchtturm Restaurants zu testen. Das meiste war sicher falsch, übertrieben oder gar erfunden, das mit der Küche muss aber wohl stimmen, der Kobboi ist gerührt.

Bisher kamen sie alle zehn Jahre auf die Insel, im Anbetracht ihres fortgeschrittenes Alters, wollen sie auf 5 Jahre verkürzen, den sonst wird es nicht mehr viele Treffen geben.
So kann auch das Unerzählte an Geschichten abgebaut werden.

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