literaturpreis 2018

bess dreyer - literaturpreisträgerin de isla volante 2018

der isla volante literaturpreis 2016 geht an bess dreyer.

für ihre lyrischen texte

die volanterinnen danken bess dreyer für all ihre wunderbaren kommentare und anregungen zu den inselgeschichten.

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aquarell - wasserfarbe zu haiku von sudabeh mohafez

still steigt der rauch auf
über den häusern am hang –
der himmel ist fern

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alles ist möglich

paar am meer watercolors aquarell

liebende? verschworene? verbrecherische? zerbrechende? forschende? schützende? sammelnde? verirrte? verwirrte?

eine frau und ein mann, die dem strand entlang gehen.

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litblogs lesezeichen ausgabe 01/2018:

handlauf eines geländers; also in diagrammen; fotografische archäologie; haupt-satz, gelesen von margarete helminger; figuren an einer dorfstraße; der persön­li­che zeige­fin­ger­ab­druck in einem aufzug; in den handtaschen weiblicher anverwandter; die grünende sonne zur osterzeit; meeres-gesänge; zeit vergeht oder auch nicht; wie einer schriftsteller wurde; nikolai karamsins reisen; poetischen ausnahmemomente; grenzen spüren; verlorenheit im wind; wurstdemokratie und -guillotine; licht und schatten – wiederhall; start eines bildungsromans uvm. zum inhalt …

litblogs.net

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comic collab #79 denken

comic collab denken

seit er sich erinnern kann, versucht er einmal nicht zu denken, aber irgendwie scheint das unmöglich zu sein, das hirn ist nicht zu stoppen. wie don quijotes, ist er erfolglos in seinem kampf.

im april mit dabei:
webcomics
schlogger
strichweise diesig
isla volante
rainer unsinn
gobopictures
regenmonster
armer armin
dramatized
helen aerni

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augenblicke

meer - küstenlinie

für ein paar augenblicke meer
für ein paar augenblicke insel
für ein paar augenblicke

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ein neuer tag

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

die strahlen der sonne tasteten durch die kühle des morgens nach millas geschlossenen lidern. sie erwachte. rieb sich den schlaf aus den augen. was für ein seltsamer traum. milla stand auf und sah nebenan nach tarik. das sofa war leer, kissen und decke lagen auf dem fußboden. von tarik keine spur.

milla eilte in die küche. der teller war leer, das kärtchen „großvaters garten“ lag daneben. die tür von der backstube zum garten stand offen, und so wunderte milla nicht, dass auch vom kleinen schwarz-weißen kater nichts zu sehen war. als milla die tür zum garten zuzog, fiel ihr blick auf den see. der lag da, ruhig wie immer, und von den winzigen wellen warf sich reflektierter sonnenschein in den jungen tag wie eine längst schon erzählte und doch immer neue geschichte, die es jedem zu erzählen galt, der zuhören mochte.

die torte mit dem pflaumenbaum darin lieferte milla noch am selben tag aus. war die junge frau zwar noch voller zweifel, so hörte ihr zukünftiger umso aufgeschlossener zu. milla sah, wie er die torte mit aufmerksamem blick betrachtete und nach dem gedicht zu suchen schien, das ihr innewohnen sollte wie ein segenswunsch, der nicht nur dem paar und seiner jungen liebe galt.

aßen die menschen von der torte, würden sie sich an die liebe erinnern. wie an eine verloren geglaubte heimat, zu der es sie zog. einen großvater vielleicht. wie an etwas, auf das sie lange gewartet hatten und das nun in ihr leben einzug hielt. auf einem esel, vielleicht. vielleicht aber auch in gestalt eines stückchens torte, das ihnen auf der zunge verging. wieder verloren ging, in jenem köstlichen moment gelebten erinnerns.

kaum dass milla sich wieder in ihr fahrzeug gesetzt und tief durchgeatmet hatte, wusste sie die geschichte um das paar und dessen verlobung hinter sich und dem vergessen preisgegeben. stunden geschäftiger routine vergingen. mit der abendlichen ruhe stieg in milla ein gefühl der verlassenheit auf. der mond ging auf über ihrem garten und begab sich auf seinen nächtlichen gang um das drehen der erde. milla stand am fenster der backstube und sah ihm dabei zu.

‚gerade so‘, ging es milla durch den sinn, ‚hätte ich es mir erdacht, wenn ich das könnte.‘ ein schwarz-weißer schatten hüpfte vom garten her auf die fensterbank und eine weiße pfote tupfte ans fenster. das katerchen! rasch öffnete milla dem kleinen gast. der sprang mit leisem miu! hinein und schmiegte sich purrend um millas beine. die nahm ihn hoch auf ihrem arm, setzte sich auf das sofa aus dunkelgrünem plüsch. als sie sich setzte, berührte ihre hand etwas kühles. eine zwetschge. die konnte sie nicht übersehen haben, als sie in der früh die schlafstätte ihres jungen gastes aufgeräumt hatte. versonnen hielt milla die frucht in ihrer hand, polierte sie an ihrem pullover und erkannte auf ihrer dunkelblauen, violetten haut das abbild eines nächtlichen sternenhimmels, über den in großer höhe dünne wolken zogen wie ferne sternennebel. tarik. wenigstens ein tarik war ihr geblieben, seufzte milla. was wohl aus dem raum geworden war, zu dem sie sich geträumt hatte? ob dessen sterne noch leuchteten?

milla ließ ihren blick aus dem fenster über den klaren nachthimmel schweifen und lächelte.

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sturm

graphic novel von katharina vasces und dem kobboi - unwetter ist im anzug

der aufkommende sturm treib ihn über die insel, hoffentlich schafft er es noch rechtzeitig nach hause. ab und zu fühlt es sich an, als ob ihn der wind mitnehmen will, in eine neue unbekannte welt.

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paris roubaix

graphic novel von katharina vasces und dem kobboi - paris-roubaix

die vorbereitungen sind abgeschlossen, alles ist bereit, jetzt noch eine kleine runde um das richtige rennrad-gefühl zu bekommen, damit auch die körperliche verfassung stimmt, um zuhause paris roubaix zu verfolgen.

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vorbei

meer blau aquarell watercolor wasserfarbe

alle geschichten, die mit den wassermassen an uns vorbei ziehen, versetzen uns immer wieder in aufregung und stauenen.

sie vermischen und erfinden sich immer wieder neu und erzählen auch aus einer zeit, wo die erde ganz ohne menschen war.

alles zieht vorbei.

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