wo ein anfang ist und kein ende

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

„die menschen kommen zu dir wegen deiner torten. suchen immerwährendes versprechen. hungern nach dem ersten bissen glück, den sie verspürten, als sie einander anvertrauten, sich verliebten. sie erhoffen, dass ihnen jenes glück, jene seligkeit aus deinen torten wiederersteht, milla. sie meinen schon mit dem ersten bissen, es gefunden zu haben. und doch kann solches glück nicht ewig währen. da sie einander, da sie die torte, die geschichte darin verzehren und das glück im moment des genusses als ganzes zu existieren aufhört und nur ein bisschen glück bleibt.

so lassen sie in der hoffnung auf seligkeit auch mich jedes jahr neu erstehen aus der geburt eines kindes. die sie dann wieder vergessen. und doch kehre ich wieder und wieder zurück, mit jedem neu geborenen kind. ein jedes ein universum für sich, chance auf neuanfang … und mit jedem schritt seiner menschwerdung verurteilt zu scheitern und untergang durch andere menschen. ein jeder meiner gedanken.“

‚auch tarik? auch ich?‘

„wenn man, mit welt und zeit verbunden, neu geboren daliegt, in sich das vergangene, das kommende geborgen wie alle sterne im all geborgen sind und das all in dir, und all das geht mit jedem deiner atemzüge, geht ein und geht aus: dann spürt man die nägel in den gelenken, das ertrinken, will nach haus.“

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