besuch

ratur aquarell

eine sanfte erschütterung ließ gerda aufmerken. am fußende war etwas auf ihr bett gesprungen und näherte sich auf leichten pfoten über die bettdecke.

purrr…

den schatten einer großen katze nahm sie wahr, wie der seinen weg um ihren kopf nahm, nun vor ihrem gesicht inne hielt und wartete. unter die bettdecke lugte.

purrr…

hm?

prrr…

bist du das?

smrrr…

schön, dass du wieder da bist.

smrrr…

gerda lupfte die decke und ihr besuch schob seinen kantigen kopf darunter, schlüpfte unter die decke und bahnte seinen weg bis an ihre angewinkelten oberschenkel, rollte sich ein und schmiegte sich an ihren bauch. gerdas hand suchte ihren weg über die weichen konturen ihres besuchers und ließ ihre finger in seinem kühlen fell spielen.

schön, dass du wieder da bist.

smrrr…

wo warst du nur? ich habe schon auf dich gewartet.

mit dem spiel ihrer finger in dessen fell gewann das schnurren des katers an kontur, hob an und lief aus, rollte anlandenden wellen gleich und verebbte unter gerdas händen mit wohligem streichen.

schön, dass du da bist. bleibst du bei mir?

smrrr…

wo die beiden einander berührten, strahlten die wärme des katers und das beben seines schnurrens aus bis tief in hinein in gerdas bauch. der hob und senkte sich mit jedem atemzug, ging mit dem schnurren des katers und dessen schwingen. wärme, beben und ruhe strömten, breiteten sich von dort in gerdas innerem zu entspannter weite.

warst du am meer? du duftest nach frischer, salziger luft … ist das … nebel in deinem fell?

smrrr…

ich war auch an der see, oft, habe in dünen und auf deichen gestanden und gewartet … vielleicht auf … mich, vielleicht auf …

smrrr…

… auf dich, mein lieber, guter, alter freund.

smirrr…

oder hast am ende du auf mich gewartet? habe ich dich warten lassen? nein, oder? das leben im hier und jetzt, ich hatte es mir so ganz anders vorgestellt, anders als …

smirrr…

schön, dass du endlich da bist. bleib nur bei mir. ich laufe nicht fort, ich suche …

smirrr…

… nicht mehr.

smirrr…t.

gerda kam zur ruhe. das spiel ihrer hände verlief sich im fell der katze, ihr atmen ging tief und ebenmäßig. die katze schlief. leises atmen. gerda entspannte. kraftlos fiel ihre hand aus dem gelenk aufs laken. sie war eingeschlafen.

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text:

Ulli

da möchte ich Gerda sein …
herzliche Grüsse
Ulli

26. September 2016 - 13:26

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