ein pflaumenbaum aus buttercreme

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

milla tanzte, einen ebenso leichtfüßig zirkelnden tarik im gefolge, beschwingt in ihre backstube. der biskuitboden war inzwischen ausgekühlt und milla schnitt ihn zu 3 lagen. sie bereitete mit gutem kakao einen weiteren biskuitteig und gab ihn in drei kleine, jedoch hohe backringe, deren böden sie mit backpapier verschloss. und dann noch einen weiteren teig, den sie in eine springform gab, der um etwas kleiner war als der zuerst verwendete. die backstube war erfüllt von einem köstlichen duft. der zog durch das leicht geöffnete fenster der backstube in den hof, auf die straßen und ließ die bewohner des dorfes wissen, dass milla cremeso wieder eine ihrer legendären torten zauberte. tarik rührte in den leise köchelnden pflaumen und milla zeigte ihm, wie er die pflaumen durch ein küchensieb passieren konnte.

milla hatte eine idee, endlich eine idee – und diese idee drängte zur vollendung.

aus weicher butter, einigen eigelb, etwas kokosfett und puderzucker rührte sie eine buttercreme an, schmolz dunkle und helle schokolade und gab davon zusammen mit etwas rum in je zwei teile der buttercreme. unter den dritten teil hob sie erdbeermarmelade, die sie im sommer selbst gekocht hatte, und frische, in stücke geschnittene und gezuckerte erdbeeren. tarik sah staunend zu und tunkte ab und an einen finger in die so entstehenden köstlichkeiten.

„das werden die wurzeln, tarik!“

aus den fertigen böden schnitt sie einen kreis aus.

„warum machst du das, milla?“

„hast du schon einmal einen baum ohne stamm gesehen?“

„nein.“

„also …“ lächelte milla und reichte tarik modellierfondant, den der junge kneten durfte. in die entstandenen tortenbodenringe passten die kleinen böden nicht genau. vielmehr blieb eine lücke von einem guten zentimeter.

„milla, du hast zu viel weggeschnitten!“ tarik wirkte erschrocken.

„nein, tarik, wart nur ab und schau zu, das wird schön!“

milla schnitt auch die dunklen biskuitböden in passende scheiben.

„ich denke, jetzt brauchen wir noch mehr schokoladen-buttercreme und dann, später: sahnecreme, mit pflaumen.“

„schokolade – für den stamm?“

„ja, tarik, den stamm. bitte reich mir von der dunklen kuvertüre, sahne und die schokoladenglasur, jetzt wird es ein wenig sonderbar.“

milla ließ tarik die kuvertüre in der mikrowelle schmelzen und mit heißer sahne vermengen:
„die brauchen wir später, das wird unsere ganache, ich habe noch welche in der kühlkammer, die werden wir jetzt ein wenig erwärmen.“

dabei strich sie die mittlerweile geschmolzene kuchenglasur auf einen bogen backpapier, deckte einen zweiten bogen darüber und rollte die bögen samt der glasur darin zusammen.

„ab damit in den kühlschrank!“

„milla, schau! ein kleiner tarik!“

tarik strahlte. zum garten hin hatte die backstube ein fenster zum garten. dort saß auf der fensterbank eine kleine schwarz-weiße katze, miaute und tupfte mit der pfote an die fensterscheibe.

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