aquarell - wasserfarbe zu haiku von sudabeh mohafez

still steigt der rauch auf
über den häusern am hang –
der himmel ist fern

text:

alles ist möglich

paar am meer watercolors aquarell

liebende? verschworene? verbrecherische? zerbrechende? forschende? schützende? sammelnde? verirrte? verwirrte?

eine frau und ein mann, die dem strand entlang gehen.

text:

augenblicke

meer - küstenlinie

für ein paar augenblicke meer
für ein paar augenblicke insel
für ein paar augenblicke

text:

vorbei

meer blau aquarell watercolor wasserfarbe

alle geschichten, die mit den wassermassen an uns vorbei ziehen, versetzen uns immer wieder in aufregung und stauenen.

sie vermischen und erfinden sich immer wieder neu und erzählen auch aus einer zeit, wo die erde ganz ohne menschen war.

alles zieht vorbei.

text:

wo ein anfang ist und kein ende

teil 29 von 30 der serie: milla cremeso

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

„die menschen kommen zu dir wegen deiner torten. suchen immerwährendes versprechen. hungern nach dem ersten bissen glück, den sie verspürten, als sie einander anvertrauten, sich verliebten. sie erhoffen, dass ihnen jenes glück, jene seligkeit aus deinen torten wiederersteht, milla. sie meinen schon mit dem ersten bissen, es gefunden zu haben. und doch kann solches glück nicht ewig währen. da sie einander, da sie die torte, die geschichte darin verzehren und das glück im moment des genusses als ganzes zu existieren aufhört und nur ein bisschen glück bleibt.

so lassen sie in der hoffnung auf seligkeit auch mich jedes jahr neu erstehen aus der geburt eines kindes. die sie dann wieder vergessen. und doch kehre ich wieder und wieder zurück, mit jedem neu geborenen kind. ein jedes ein universum für sich, chance auf neuanfang … und mit jedem schritt seiner menschwerdung verurteilt zu scheitern und untergang durch andere menschen. ein jeder meiner gedanken.“

‚auch tarik? auch ich?‘

„wenn man, mit welt und zeit verbunden, neu geboren daliegt, in sich das vergangene, das kommende geborgen wie alle sterne im all geborgen sind und das all in dir, und all das geht mit jedem deiner atemzüge, geht ein und geht aus: dann spürt man die nägel in den gelenken, das ertrinken, will nach haus.“

text:

zeit

meer gezeiten zeiten

das meer lässt sich nichts anmerken, die zeit ist auf seiner seite. die brandung macht weiter. wir lassen uns, von ihr alles erzählen.

text:

meer

meer - nass in nass aquarell watercolor

neues papier, ein neuer geruch, neue möglichkeiten und alte schwirigkeiten, die bildermacher sind hoch erfreut, endlich ist es angekommen. das papier hat auf seiner reise, viel mehr länder durchquert, als die bildermacher, in ihrem ganzen bisherigen leben.

text:

montags meer

mare

die gezeiten folgen dem mond, aber ansonsten kümmert sich das meer kaum um unseren kalender.

text:

sichel-ich

mäandern

meine gedichte sind krumm
auch wenn ich akkurat
buchstaben setze

so werden sie nicht wie öl
ins denken rinnen
dürfen sich winden

mäandern am ufer
des tages
und mondsichel sein

text:

meer sand land

meer

die anderen erkunden die tiefe,
finden den grund. die wieder anderen
suchen worte auf den kämmen hoher berge.
gischt spritzt bis zu mir.

ich fasse angeschwemmtes
von flach auslaufenden wellen
und vom sand. das ist mein talent,
das dazu beiträgt, nichts zu vergeuden.

text: