schwenker

cognac

Wieder dachte er an Morgen, das nervte, er trank um zu vergessen, doch je mehr er trank, desto öfter dachte er an Morgen, welchen Sinn hatte das Trinken, wenn nicht dass verschwand, weshalb man trank.
Trotzdem, er dachte an Morgen, dachte an die Reden, dachte an die langweiligen Gesten, die langweiligen Gespräche. Alle würden sie freundlich zu ihm sein, es war eben sein Abgesang, da konnte man auch mal aus seiner Haut.
Er stellte sich vor, dass er hinterher auf Weltreise ging, alle hatten ja diese Sehnsucht. Sie wollten die Welt noch einmal sehen, bevor sie starben. Er würde alle Orte, die er besuchte, schon in dem Moment vergessen, wenn er sie betrat. Er würde die Luft fotografieren, er würde versuchen, das Dazwischen wahrzunehmen, aber er hätte nicht einmal das Gefühl, am Ende der Reise, die ganze Welt gesehen zu haben.
Wollte er das? Er konnte sich das leisten, aber hatte er Lust darauf?
Er hatte Lust drauf diesen Cognac zu trinken, auf diese Stadt zu sehen, nicht zu begreifen, was dort geschah, den Cognacschwenker als Trost, die Worte ausgespuckt, sie in alle Winde vertrieben und stumm und vergesslich weiterexistieren wollen, das war sein Ziel.

text:

nicht näher

paar

näher kamen sie sich nie
keine umarmung
kein kuss
kein ich…
und dann erstaunt, wenn man alleine am meer steht.

text:

ich werde dich verlassen

tanzende

im gleichschritt und in harmonie und doch,
du weisst, ich werde dich verlassen.


babe i’m gonna leave you – led zeppelin
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text:

stoffel und hansa

aquarell

es war nacht als hansa aus einen traum erwachte. der traum war dünn wie seide und roch nach liebe und not. der traum hatte die nacht überlebt und hansa war aufgewacht und schaute stoffel an. was hast du, fragte stoffel. hansa schwieg. es dachte, dir werde ich helfen so einen mist zu fragen. hansa liebte stoffel, abends schrieb es gedichte für stoffel und aß sie auf, sie schmeckten vorzüglich, es liebte stoffel weil es abends gedichte für stoffel schrieb und sie so vorzüglich schmeckten, aber eines nachts……aß er ein brot und seitdem sind stoffel und hansa nicht mehr zusammen.

text:

geändert hätte es nichts

einsame herzen

was sie ihm vor jahren sagte, hat er nicht verstanden. jetzt wo sie es ihm erklärte, begriffe er es zwar, doch er konnte sie auch beruhigen. geändert hätte es nichts.

sie fühlte sich zu der zeit total schlecht und ungeliebt und glaubte kaum an eine chance zu haben bei ihm, so hörte sie sich dann zu ihm sagen, er sei zwar auch nicht der attraktivste, aber so übel wäre er nun auch wieder nicht. er wunderte sich zwar kurz, wieso sie so etwas zu ihm sagte, da sie für ihn in einer total anderen welt lebte, machte er sich keine weiteren gedanken darüber. das dies ein versuch war mit ihm in zusammen zu kommen, darauf wäre er nie im leben gekommen.

beide haben das erste mal die insel besucht, aber auch das ist nicht von bedeutung.

text:

nicht jede ist eine insel

frau

die insel ist weit weit weg, vom rest der welt.
nicht alles ist erhältlich, heute sowieso nicht.
zeit für langeweile hat es im überfluss.
die melancholie gedeiht im feuchtwarmen klima vorzüglich.
die fähre bringt einen nur jeden dritten tag zurück auf das festland.

text:

eigentlich wollten sie

einsame herzen

eigentlich wollten sie sich ja gegenseitig kennen lernen. was sie daran hinderte ist nicht klar. in ihren gedankenwelten, die sie sich übereinander machten, lebten sie sich total auseinander.

text:

warten

badende

genau genommen wartet sie hier schon ihr ganzes leben lang.
nicht auf  den richtigen, aber auf das leben.

als text des tages auf fixpoetry

text:

julia und hektor

julia und hektor

hetor jardin ist einer der wenigen, der unfreiwillig auf der insel arbeitet. nach mehreren kleinen delikten findet er auf dem festland keine anstellung mehr. so arbeitet hekor jardin nun mehr oder weniger widerwillig bei seinem onkel im schuhladen. er arbeitet immer donnerstag bis samstag und verlässt dann die insel so schnell er kann. hektor jardin könnte ja etwas entgehen, immer auf der suche nach dem grossen glück oder dem treffer im lotto. das inselleben ist ihm ein greuel. die arbeit bei seinem onkel scheint ihn auch nicht übermässig zu fordern. er beginnt in seiner langeweile alle preisetiketten auf den schuhen von hand zu gestalten, doch mitlerweile reichen ihm preis, schuhgrösse und herstellerin schon lange nicht mehr. aus den preisschildern werden regelrechte bilder. seit einiger zeit ist nicht mehr klar, ob die kunden die schuhe oder die preisschilder kaufen. erste etiketten werden auf alle fälle bereits auf dem kunstmarkt gehandelt. hetor jardin beginnt nun seine arbeit doch noch zu lieben und nicht selten arbeitet er noch auf dem festland an seinen etiketten.

julia zapato arbeitet nun schon seit 5 jahren im schuhladen. sie arbeitet immer von montag bis mittwoch. ihre übrige zeit verbringt sie mit singen. jeden kurs, der etwas mit gesang zu tun hat, besucht julia zapato. sie ist ebenfalls im chor mare vento sehr aktiv. neben dem singen ist sie noch die administrative leiterin des chors. seit 3 jahren nimmt sie zusätzlich gesangsstunden auf dem festland. hetors wunderschöne preisetiketten nimmt sie gar nicht wahr. bei der arbeit ist sie auch wenn möglich am singen. ob ihr gesang auch den umsatz fördert, kann nicht festgestellt werden. talente hat julia zapato bestimmt viele, aber ganz sicher nicht in der musik und im gesang. mit ihrem eifer im gesang will sie viel mehr das herz des chorleiters gewinnen. leider ist dieser schon seit jahren glücklich mit dem fischer elia captura zusammen.

hetor jardins onkel liebt seinen schuhladen, er liebt seine kundinnen und er liebt seine arbeit. er liebt auch die beiden mitarbeiterinnen. von diesen wird er aber kaum wahrgenommen, er ist sich nicht sicher, ob sie ihn eigentlich je bemerkt haben. hetor jardin und julia zapato leben in einer andern welt. ihre gedanken sind kaum jemals da, wo ihr körper ist. die kundinnen des schuhladens beklagen sich nie über die geistige abwesenheit der beiden. die einheimischen lassen sich nur vom onkel persönlich bedienen, und die touristinnen sehen sich bestätigt in ihrem bild der kuriosen insulanerinnen.

wer weiss, warum der onkel von hetor jardin auf die idee kam, eine inventur zu machen, bisher machte er das immer nur nach gefühl. aber wie auch immer, er kann hektor jardin überreden, an einem montag zu arbeiten. so treffen sich julia zabato und hektor zum ersten mal. was aber noch viel erstaunlicher ist: sie gehen zusammen essen. hetor jardin nimmt eigentlich zum erstenmal die insel wirklich wahr. julia zapato hört zwei tage später auf mit singen, und hetor jardin kündigt seine wohnung auf dem festland. sie kehren zurück in die wirklichkeit der insel und der onkel von hetor jardin fühlt sich nicht mehr einsam bei der arbeit.

julia zapato verliebt sich beim tanzen in einen kunden, der schon seit jahren schuhe kauft, die er nicht braucht. den schuhladen besucht er nur, um julia zapato zu sehen, dabei traut er sich jeweils nicht, keine schuhe einzukaufen. sie ist nun in der theater-gruppe und entdeckt ihre komödiantischen talente.
hetor jardin ist auf der insel sesshaft und ein sehr aktiver insulaner. er findet freundinnen und alle haben ihn ins herz geschlossen und hoffen, dass er noch lange auf der insel bleibt.

text:

einsame herzen

einsame herzen

zum schluss ein: „ich habe dich nie geliebt“. beide wussten, dass sie log.

dabei bemerkte er, dass dies unfreiwillig zum ersten mal die wahrheit war.

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