ein versprechen

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

tarik beugte sich zu ihr hinab. ihre nasenspitzen schienen einander zu berühren.

„solch eine torte möchte ich gerne probieren!“

„du kannst gerne wieder einmal vorbeischauen, tarik, und vielleicht …“
milla cremeso dachte angestrengt nach,
„… bekomme ich bald wieder eine bestellung herein. oder …“
wieder schien millas blick auf ein entferntes ereignis gerichtet,
„ … ich mache eine torte nur für dich, tarik!“

„die von bürgerkrieg erzählt, flucht und der notunterkunft hier?“

„nein, tarik. von den gärten damaskus‘ soll sie erzählen. von den pflaumenbäumen deines großvaters und seinen geschichten, wie wäre das?“

tariks augen leuchteten.

„ja!“

und so besiegelten die beiden ihre neu gefundene freundschaft mit einem handschlag zum abschied. noch lange sah milla dem kleinen tarik nach, wie er im licht der abendsonne die straße hinab hüpfte. aus dem dorf hinaus geradewegs der unterkunft zu, die man auf der grünen wiese für eine handvoll flüchtlinge aufgestellt hatte, die der gemeinde zugewiesen worden waren.

Series Navigation<< torte getanztüber das warten >>

text:

Sonja

ungeheuer anrührend!
nachdenklich machend.
die tortenliebhaberin grüßt

11. Oktober 2017 - 19:42

rittiner & gomez

@sonja: die volanterinnen, grüssen zurück.

11. Oktober 2017 - 21:42

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.