er war ein…

meer

niemand achtete auf den alten mann, der, ein buch unterm arm, am strand auf ein ruderboot zuging, es ins meer stieß, sich hinein warf, aufstand. wartete, bis das schaukelnde boot zur ruhe kam. bedächtig schlug er das buch auf und las dem meer vor: „er war ein alter mann und …“

text:

Ludwig Janssen

„… fischte allein in einem Boot im Golfstrom, und seit vierundachtzig Tagen hatte er keinen Fisch gefangen.“ Seine Stimme war die eines Menschen, der gut gelebt und gern gesungen hatte. Der Wind griff in die Seiten und versuchte, zum Ende der Geschichte vorzublättern. Doch möchte eine Geschichte zu Ende gelesen werden wie auch ein Leben zu Ende gelebt sein will. Das Meer lauschte. Glucksend bat sein Wellenschlag den alten Mann, sich nicht von der Ungeduld des Windes beirren zu lassen und fortzufahren.

8. Mai 2018 - 10:50

Bess

der lesende alte merkte es nicht, eine hand hielt sich vorsichtig am heck seines kleinen bootes fest und ein kopf sah eben soweit aus dem wasser, dass die ohren der geschichte folgen konnten. keinen fisch gefangen. und nun.

9. Mai 2018 - 20:32

rittiner & gomez

das wird ja(nssen) immer bess(er).

9. Mai 2018 - 21:44

Bettina Kriegel

Wie kann ich mich ins Bild zaubern? #sehnsuchtmeer

10. Mai 2018 - 07:17

rittiner & gomez

@bettina kriegel: vielleicht sind sie schon drin.

10. Mai 2018 - 07:18

Ludwig Janssen

… und das Bild in Ihnen, @bettina kriegel. Daraus folgt, dass auch Sie im Bild sind (nicht „im Bilde“). Als eines der Paralleluniversen, in denen die hier erzählte Geschichte sich entfaltet und eine eigene Gestalt annimmt. Macht des Lesers, Macht des erzählten Wortes (mit der Innenbedeutung „Ort“ in „WOrt“).

Wusst‘ ich doch, dass @bess eine Sehjungfrau ist … 🙂 (Soll ich eine Seejungfrau hineinweben? Er ist doch einsam, irgendwie).

10. Mai 2018 - 09:45

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