ins boot gezogen

isla volante

die skulls hatte der alte mann ins boot gezogen und auf den ruderbänken abgelegt. dort lag auch ein schlichter mast bereit, eingedreht in ein geflicktes segel. die ebbe hatte eingesetzt und zog das boot aufs meer hinaus, und schon bald erfasste die hier parallel zur küste verlaufende strömung die hölzerne nussschale und nahm sie mit sich. unbeirrt las der alte aus dem buch. wenngleich der wind in seinen ohren flatterte und drängte, so hörte er deutlich den wellenschlag an der bordwand aufspritzen, glucksend und plitschernd ein häwelmannsches „mehr! mehr!“ gurgeln. von der sehnsucht nach dem meer las er der dünung vor, die ihn und sein boot wiegte, und davon, wie aus dieser sehnsucht heraus schiffe gebaut und geschichten geschrieben werden.

text:

Bess

der blinde passagier verstand nichts von booten, vom rudern oder segeln. als der alte im boot von den skulls murmelte und die sollten auf die ruderbank, bildete sich ein seltsames bild in seiner phantasie. ein boot voller schädel. hing er da an einem totenboot.
den kopf über den rand zu heben und zu schauen traute er sich nicht. blinder passagier eben. es wurde windiger. ein höherer wellengang. der strand verkleinerte sich. und so ließ er los und schwamm dem ufer zu.

14. Mai 2018 - 12:01

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