Isla Volante

Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Aktuell: Ausstellung im Kulturraum - Alter Werkhof Brig

Kulturraum Alter Werkhof Brig

Ausstellung: 02. – 24. November 2019
Vernissage: Samstag, den 02. November 18:00 Uhr

Kulturraum Alter Werkhof Brig

Bilder der Isla Volante sind in der Ausstellung in Brig vertreten.

Zusätzlich zur Vernissage sind wir am Sonntag, 10. November 2019 und am Sonntag, 24. November 2019 anwesend.

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag von 15.00 bis 18.00 Uhr

Alter Werkhof
Alte Simplonstrasse
3900 Brig

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Aufbau


Video: Marla Rittiner

Der Maler aus Spiez erlebte seine Kindheit und Jugend in Simplon Dorf. Nach einer Ausbildung zum Dekorateur wandte er sich der freien Malerei zu. Seit vielen Jahren zeigt er seine Werke in Ausstellungen in der ganzen Schweiz, Deutschland und Irland, und erhält öffentliche Aufträge. Daneben ist er Illustrator und Zeichner bei den Urbansketchern. Und ganz zurückhaltend spricht er von sich selber als Bildermacher.

Aber wer ist Gomez? Er ist das ‚Alter Ego‘ von Anton Rittiner und seit er ihn getroffen hat, stehen sie gemeinsam für die Kunst von Anton Rittiner, vor allem auch für seine virtuelle Welt. Ohne Gomez gäbe es die „Isla Volante“ nicht – ein Blog des Bildermachers mit Geschichten von Menschen wie Du und ich.
Dort entwickelt er eine fortlaufende Erzählung, teilweise mit eigenen Texten, teilweise mit Texten von anderen Autoren. Er beschreibt und zeichnet eine Insel ohne Gewalt, eine Utopie. Sie ist Thema seiner Aquarelle, eine Erzählung, die die Erfahrungen aus Simplon Dorf in eine andere Landschaft übersetzt. Auch ein eingeschneites Dorf vermittelt Erfahrungen von einer Insel.
Die aufgereihten Aquarelle sind sozusagen ein privates Tagebuch. Sie illustrieren Kindheitserinnerungen und verbinden das Jetzt mit früher.

Früh schon entwickelt Rittiner & Gomez eine ganz eigene Ausdrucksweise. Angelehnt an Comics komponiert er seine Zeichnungen in Rahmen. Das Format ist stets gleich-bleibend, man könnte die Serie als Buch zusammenfassen, oder aber einzelne Sequenzen daraus allein betrachten.
Die Bilder sollen nicht gekünstelt daherkommen, sondern durch die einfache klare Zeichnung überzeugen. Dazu gehört für die hier zusammengestellt Werkauswahl auch die eingeschränkte und auf wenige Farben reduzierte Farbpalette.
Er malt zurückgenommene und stille Bilder voller Melancholie. Dabei betont der Künstler, dass dieses Gefühl für ihn durchaus positiv besetzt ist und mit Unglück nichts zu tun hat.

In der Malerei von Rittiner & Gomez stehen der Mensch und die Landschaft im Zentrum. Viele Gemälde dieser Ausstellung stehen unter dem Titel ‚Zwiesprache‘, ein Thema welches ihn schon seit langem beschäftigt. Immer sind es zwei Menschen die einander begegnen, miteinander ins Gespräch vertieft, nebeneinander herlaufend, einander suchend, vielleicht auch ohne einander. Die Gefühle sind nur angedeutet, werden oft auch durch die Landschaft ausgedrückt in der sich die Personen bewegen. Wie genau die Beziehung ist, muss der Betrachter selbst herausfinden. Der Maler gibt nur kleine Hinweise, indem z.B. eine Person nur von hinten oder verdeckt zu sehen ist, oder gar fehlt. Meist geht es um Seelenverwandtschaft, Jung und Alt ist unerheblich.

Rittiner & Gomez Landschaftsbilder zeigen durchwegs weite Landschaften, Meer, Strand. Die Faszination der Leere und Weite, der tiefe Horizont am Meer, die im Gegensatz zum Wallis extrem flache Landschaft haben den Künstler nachhaltig beeinflusst. Liess er den Blick aus dem Schulzimmer Richtung Italien schweifen, erstreckten sich dort die gemähten Matten. Sie glichen den Wellen die er später, bei Aufenthalten am Meer entdeckte. In der Weite dieser Landschaft müssen sich auch die Menschen, die Zwiesprache halten behaupten.
Die Bilder von Rittiner & Gomez sind Denkanstösse, sie laden ein zum genauen Hinsehen, zum Ergründen der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Anette Kummer, Oktober 2019