Isla Volante

Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Meerleser Nr. 32

Mann Meer

Von See her war der Sturm aufgezogen und hatte letztendlich das Boot längsseits zurück auf den Strand getrieben. Dort lag es über die Bordwand zur Seite gekippt und ergoss seine seltsame Fracht über den Sand. Eine Grasmücke hatte sich auf dem Kiel niedergelassen und pflegte ihr Gefieder.

Text: Ludwig Janssen

Zeit

Meerleser Nr. 31

Mann Meer

Wärmendes Sonnenlicht? Ausgeschlossen! Nicht hier, am Grunde des Ozeans. Unverhofft stieß das Wesen den alten Mann von sich. Wandte sich ab und verschwand mit der Strömung. Der Kopf des alten Mannes prallte gegen einen Felsen. Ein Schlag, der ihn durchschüttelte bis ins Mark.

Text: Ludwig Janssen

Meerleser Nr. 30

Mann Meer

Phantasierte er? Dem alten Mann war, als wendete das blassblaue Wesen aus dem Meer ihn behutsam auf den Rücken, wüsche sein fahles, bärtiges Gesicht. Bliese es an, dass es abkühle. Zugleich senkte sich der Blick der unergründlich meergrünen Augen in seine Brust. Das Licht der Sonne wärmte.

Text: Ludwig Janssen

Meerleser Nr. 29

Mann Meer

„… Ein kleiner Fisch kam aus Norden aufs Boot zu geschwommen. Es war eine Flunder, und sie schwamm dicht unter der Oberfläche. Der alte Mann konnte sehen, dass sie sehr müde war …“
„… Es waren die kleinen Vögel, die die Großmutter Fische nannte, denn sonst hätten es die Kinder nicht verstehen können, da sie nie einen Vogel gesehen hatten. …“

Text: Ludwig Janssen

Meerleser Nr. 28

Mann Meer

Der Blick aus dem Fenster erinnert dich an die Welt dort draußen. Bist am Ende des Ganges angelangt. Im Altenheim nebenan stellt man das Fenster auf Kipp, wenn eine Geschichte zu Ende erzählt ist. Luft! Du öffnest das Fenster einen Spalt weit. Das Lied einer Amsel weht hinein.

Text: Ludwig Janssen

Meerleser Nr. 27

Mann Meer

Der alte Mann schloss die Augen und nickte.

„Bin ich … jetzt … auch … Dünung?“

„Du bist.“

„Irgendwo. Fern jenem Ort, an dem der Sturm mich auftürmte, zum Himmel trug und in die Tiefe schleuderte, mich zerriss zu stiebender Gischt. Eine am offenen Fenster zu Ende erzählte Geschichte.“

Text: Ludwig Janssen