etwas mit pflaumen

milla cremeso - bild zu text von ludwig jannsen

dem paar fiel auf, dass sich zwischen millas augenbrauen eine falte aufwarf und sie sich mit beiden händen übers gesicht fuhr, als könne sie diesen ihre aufmerksamkeit störenden gedanken fortwaschen.

„sind sie müde?“

„nein, ist schon gut, nichts …“

vergeblich hatte milla auf die ihr vertrauten bilder von früchten und aromen gehofft, die sich ihr bei derlei gesprächen zu einer ersten idee für eine dem paar und seiner liebe entsprechenden torte fügten.

„was halten sie von pflaume?“

„pflaume?“

„der geschmack von pflaumen. als zentrales thema. um diesen geschmack, dieses thema ließe sich eine torte aufbauen und …“

„ich weiß nicht“, fiel die junge frau ihr ins wort, „was pflaumen mit uns beiden zu tun haben sollten.“

„liebes“, der junge mann legte den arm um ihre schultern, „lassen wir uns doch überraschen. frau cremeso ist die tortenfee und wird schon wissen, warum sie bei uns an pflaumen denkt.“

„wir sind doch keine pflaumen!“

hart wie ein stein fiel die junge frau aus der romantischen stimmung, löste ihre hand aus der des mannes.

milla zweifelte. stützte die handflächen auf den tisch und erhob sich von ihrem stuhl.

„ich bin mir selbst nicht so sicher, doch habe ich da so eine idee, die ich noch weder in worte fassen, noch zu einer torte werden lassen kann. geben sie mir bitte etwas zeit.“

das paar war ebenfalls aufgestanden und wandte sich zum gehen.

„abgemacht!“ der mann ergriff die hand, die milla ihm bot und half dann seiner zukünftigen verlobten in den mantel, öffnete die ladentür: „so machen wir das! ich bin schon gespannt, was für eine torte sie für uns machen werden. gibt es …“

„ja“, milla lächelte, „eine kostprobe gehört selbstverständlich dazu. ich melde mich bei ihnen. für wann, sagten sie, haben sie die feier geplant?“

„in vier wochen ist es soweit. dann reisen ihre eltern an, um meine kennenzulernen.“

„bis dahin werden wir schon eine passende torte gefunden haben, auf wiedersehen!“

„auf wiedersehen!“

leise schob milla die ladentür ins schloss. noch von draußen hörte sie die junge frau:

„pflaumen, wir sind doch keine pflaumen …“

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