postkarte nr. 11

soldatenfriedhof

Liebe Tante,

Als ich die Bar in Aldebarán verliess und mit den anderen weiterfahren wollte, fand ich mein Velo nicht mehr. Ohne Fahrrad, ohne Cristina bin ich nun zu Fuss unterwegs. Entschuldige die Kanonen, Gewehre und Kreuze auf der Postkarte. Ich befinde mich in Bouquerón, das aus einem Soldatenfriedhof und einem Kriegsmuseum besteht. Soldaten kämpften um angebliche Ölfelder. Der Krieg ging verloren und Öl fand man keines. Grosse Ölfirmen sponsorten die Schlacht. Wo die Front verlief, stehen noch immer verwitterte Werbetafeln. Adrienne, eine Europäerin, die als Freiwillige einen Sommereinsatz in der Dritten Welt leistet, streicht die Plakate mit Ölfarbe gerade neu. Bevor ich Mama wieder schreibe, sollte ich mich vielleicht zuerst an Papa wenden. Vielleicht weiss er, was los ist.

Abgesehen von einigen Blasen an den Füssen geht es mir gut
Dein Neffe

text:

rittiner & gomez

komisch, wir sind nur noch am zeichnen von friedhöfen und waffen und beides gibt es auf der isla volante nicht.

bei uns gibt es nur seebestattung, werde nun eine weile an den strand gehen.

27. Juni 2007 - 09:36

Claudia

Blasenpflaster wirkt wahre Wunder. Das weiß ich, weil meine Füsse oft geschunden sind.

29. Juni 2007 - 17:59

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