postkarte nr.4

denker

Wunderliches ist mir begegnet, Mama,

in dieser Stadt, die sich zu recht Pensamiento nennt. Als der Bus endlich anhielt und ich aussteigen durfte, glaubte ich mich im Nirgendwo. Nirgendwo ein Haus, nur dürre Steppe. Aber Menschen sah ich, die in Gedanken versunken einherwanderten und von Schatten zu Schatten sprangen. Zuerst glaubte ich an Schäfchenwolken, die über den Himmel zogen, doch als ich hinaufsah, erblickte ich Häuser in der Luft, die mit Seilen in der Erde verankert waren. Kinder rannten umher und zogen Luftschlösschen hinter sich her. Im kühlen Schatten des Ratshauses liege ich nun, neben mir Paola, die mir diese Zeilen diktiert. Was, denke ich, wenn eins dieser Häuser vom Himmel fällt?

Dein Einziger,
Dein Sohn

text:

monoblog

eine höchst interessante reise ist das.

8. Mai 2007 - 13:13

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