vielleicht ist alles…

skizze zeichnung sequenz

er kam vom bäcker
sah eine frau
sie hieß
er nannte
sie sagte
er lachte
gurrte wie es tauben tun wenn sie mit allem fertig sind
was isst du
er fragte
ganz
sagte sie
ein lächeln als würde sie sich sorgen machen dass jemand ihr zimmer verführen könnte
er dachte farben
lenkte ab
sie fragte nach fahnen
er wurde verlegen
fand sie nicht
sie lachte
beinah
er dachte
wie schnee den man nicht mehr erkennen kann
dann war sie verschwunden
kehrte ihr zimmer
bis sie
an ihn dachte und lachen musste
weil er noch dastand mit seinen brötchen
die werden hart dachte sie
farben
leiser schritt
die treppen rauf und runter
komm zu mir rufe
niemand hört es
als wären alle geschichten schon gewesen und
man zieht seine ab und klebt sie in das vermisstenalbum

text:

sascha

wie immer
rollt wie geschmiert

22. April 2013 - 15:51

punk.t

man müsste dies gedicht dem bäcker zum lesen geben. damit er dem dichter die brötchen umsonst gibt. lebenslang.

22. April 2013 - 17:35

haushundhirschblog

Beides (Zeichnung und Text) ein überzeugender Balanceakt!

22. April 2013 - 20:07

Ludwig Janssen

Lese ich Lyrik, die von kurzen Zeilen bestimmt wird, suche ich, vor allem bei Einwortzeilen, nach der Bedeutung, die das Wort dieser Zeile für das (mein) Verständnis des Textes hat, wurde ihm doch durch den Autor Gewicht beigemessen.

Hier sind es jedoch die langen Zeilen, die mich zunächst irritieren, nach deren Gewicht/Maß ich suche – und es in mir nicht zugänglichem Wissen des Autors um Ereignis und Hintergrund vermute.

Werden doch nach dem über die kurzen Zeilen geradezu melodischen Auftakt Dinge angeführt und Informationen, die im krassen Gegensatz zu dem mein Interesse und „weiterdenken“ anregenden Andeutungen dahergeflogenkommen wie ein Schwarm Kiesel:

„wenn sie mit allem fertig sind“ prasselt auf mich ein, ebenso „sie sich sorgen machen dass jemand ihr zimmer verführen könnte“, auch „erkennen kann“ wirkt auf mich zu viel erzählt. Der plaudernde Schluss „als wären alle geschichten schon gewesen und
man zieht seine ab und klebt sie in das vermisstenalbum“ jedoch gefällt mir wegen der ins Vermisstenalbum geklebten eigenen Geschichte, denn allein der Gedanke, dass ein solches Album angelegt worden ist und bereitliegt, schwimmt auf dem Gedicht wie eine Seerose das auf einem Teich tun würde, ist also eine äußerst poetische Angelegenheit, oder? 🙂

Das zugehörige Bild bringt mich auf den Gedanken, dass die Passagen Prosa dem Radfahren ähneln. In diesen Gedanken werde ich mich jetzt vertiefen, mit Gruß und Dank.

24. April 2013 - 12:35

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