
Warten auf den Bus
Warten auf das grosse Los
Warten auf Regen
Text: Ruth Loosli
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Warten auf den Bus
Warten auf das grosse Los
Warten auf Regen
Text: Ruth Loosli

Eigentlich war ein Besuch in eine Fabrik, die Fahrradkomponenten herstellt.
Eigentlich wäre der Berufschullehrer für die Organisation verantwortlich.
Eigentlich wäre Schule, wen der Besuch ausfällt.
Eigentlich müsste er zu Arbeit, wenn die Schule ausfällt.
Eigentlich hätte er rechtzeitig die Nachricht lesen sollen, dass der Besuch in der Fabrik nicht stattfindet.

Wieso fahren die so schnell, haben die keine Freude am Radfahren und wollen das es möglichst schnell vorbei ist. Joven kann sich knapp im Windschatten halten. Nach der Kaffeepause geht es etwas besser. Die Nussgipfel liegen einigen doch schwer auf dem Magen.
Fahrradreinigen, Wäsche, Aufsatz für die Schule, Brief, Kochen, Putzen, Einkaufen und zum Meer.
Ausruhen

Stoffe hole ich
Resten aus anderer Zeit
Fäden sind flügge
Text: Ruth Loosli

Wen die Fähre zur Isla Volante hinaus auf das Meer fährt, steht er oft am Hafen und schaut hinaus auf das Meer. Wieso sitzt er nicht auch auf der Fähre?
Einerseits fühlt er sich hier fremd und vermutet, dass man ihm das sofort ansieht, anderseits geniesst es, dass ihn niemand kennt.
Wie auf einem leeren Blatt, alles ist noch offen.

Der Wind begleitete ihn auf der Radrunde und selten von hinten und trieb zudem alle Menschen an den Strand.
Immerhin setzte am Abend Nieselregen ein, das fühlte sich schon fast wie auf der Insel an.

Du bist nicht mehr da
Dein Flügel wird abtransportiert
Verlassen das Haus
Text: Ruth Loosli

Das Gedächtnis ist überlastet, der Speicher voll.
Joven ist auf dem Weg zur Berufsschule.
«Die Holländerinnen» verdrängen den Staatsunterricht, die Berechnungen der Übersetzungen und die Englischwörter.
Der Unterricht beginnt gleich.

Frühstück ist gegessen, jetzt noch in Ruhe einen Kaffee trinken und dann zu Arbeit.
Im Gehirn arbeitet sich der Alltag in seine Träume hinein. Die Aufgabenlisten breiten sich aus. Es gibt kein entkommen.
Dabei möchte er doch nur an das Meer gehen.

Alles scheint möglich
Leicht, unbeschwert und beschwingt
Joven ist wach und träumt
Er ist auf der Fähre zurück auf das Festland, mit im Gepäck voll mit Lebensmitteln, die ihm seine Eltern eingepackt haben. Alles Produkte, die er im Laden, 1 Gehminute von seiner Wohnung entfernt kaufen könnte. Aber die Eltern scheinen Angst zu haben, dass er verhungern könnt. Im Reduit seiner Wohnung, hat es vermutlich Reis, Teigwaren, diverse Konserven und Zucker, den seine Eltern bei Besuchen auf dem Festland immer wieder auffüllen. Er kann sich nicht vorstellen, dass er dies bis an sein Lebensende verarbeiten kann.