
Das Gedächtnis ist überlastet, der Speicher voll.
Joven ist auf dem Weg zur Berufsschule.
«Die Holländerinnen» verdrängen den Staatsunterricht, die Berechnungen der Übersetzungen und die Englischwörter.
Der Unterricht beginnt gleich.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Das Gedächtnis ist überlastet, der Speicher voll.
Joven ist auf dem Weg zur Berufsschule.
«Die Holländerinnen» verdrängen den Staatsunterricht, die Berechnungen der Übersetzungen und die Englischwörter.
Der Unterricht beginnt gleich.

Frühstück ist gegessen, jetzt noch in Ruhe einen Kaffee trinken und dann zu Arbeit.
Im Gehirn arbeitet sich der Alltag in seine Träume hinein. Die Aufgabenlisten breiten sich aus. Es gibt kein entkommen.
Dabei möchte er doch nur an das Meer gehen.

Alles scheint möglich
Leicht, unbeschwert und beschwingt
Joven ist wach und träumt
Er ist auf der Fähre zurück auf das Festland, mit im Gepäck voll mit Lebensmitteln, die ihm seine Eltern eingepackt haben. Alles Produkte, die er im Laden, 1 Gehminute von seiner Wohnung entfernt kaufen könnte. Aber die Eltern scheinen Angst zu haben, dass er verhungern könnt. Im Reduit seiner Wohnung, hat es vermutlich Reis, Teigwaren, diverse Konserven und Zucker, den seine Eltern bei Besuchen auf dem Festland immer wieder auffüllen. Er kann sich nicht vorstellen, dass er dies bis an sein Lebensende verarbeiten kann.

12 Stunden auf der Fähre, da bleibt Zeit zum, schreiben, lesen, Kaffeetrinken und schlafen.
Am Brief sitzt er nun schon lange, die Sätze wollen nicht enden und doch hat er immer noch nicht die Worte gefunden für das, was er sagen will.
In der Ferne zieht ein Tanker vorbei.
Der Kaffee ist kalt, das Buch spannend.

Gut gefrühstückt, zum Mittagessen viel Pasta und jetzt nach der Arbeit die Umgebung erkunden.
Alles andere vergessen.
Zum Nachtessen wird das Mittagessen wiederholt.

Der Montag bring auch keine Besserung. Immerhin, den Weg zur Arbeit schaffte er, ohne sich zu verlaufen. Jetzt ist er auf der Suche nach einem Werkzeug, das er verlegt hat.

Wie er die freien Wochenenden auf dem Festland verbringen soll, weiss er noch nicht so genau. Also überhaupt nicht.
Er muss noch zum Briefkasten.

Die Konzentration auf den Unterricht fällt ihm schwer.
Die Konzentration auf den Unterricht wäre für ihn dringend nötig.
Die Konzentration auf den Unterricht fällt ihm schwer.
Was? Nein? Vergessen? Ja! Schon wieder? Oh!
Einkaufen, Ausgang, Wäsche, Radfahren, Kaffee, Wochenende …

Joven kann sich keinen Reim aus seinen Gefühlen machen.
Das Meer ist ruhig.

Als Finder einer Flaschenpost wollte er jetzt selber einmal eine auf die Reise schicken. Jetzt ist er gespannt, ob die jemals irgendwo ankommt und er sogar eine Antwort bekommt.
Heute kam ein Brief, seiner Briefpartnerin an, die hat eine so regelmässige Schrift, da kann er nicht mithalten, aber selbstverständlich wird er antworten.
Postkarte Nr. 53