Mit Ausnahme der kleinen Ansammlung von Häusern und Geschäften, die das Herz der 500-Seelen-Insel bilden, leben die Menschen über das ganze Eiland zerstreut. So steht auch das Haus des Alten alleine auf einer Klippe im Westen der Insel. Ein kleines Granithaus aus erdfarbenen Bruchsteinen, mit einem Dach aus schwarzem Schilfrohr und einem Kamin, dem im Winter stets eine dicke Rauchwolke entsteigt. Doch die Geschichte, die ich euch hier erzählen werde, beginnt mit einem jähen Ende an einem schönen Tag im Sommer.
Die Jahreszeiten auf der Insel unterscheiden sich kaum. Das Klima ist mild, so dass die aus dem Atlantik ragende Landmasse auch im Winter mit einem immergrünen Teppich überzogen ist. Der Einzige, der den Jahreszeiten eine Kontur verleiht, ist der Nordwind, der während des Sommers seine Kräfte sammelt, um zu Beginn des Oktobers mit einer ersten starken Böe den Winter anzukündigen. Und wäre da nicht die Landbrücke, welche die zwei ungleich grossen Teile der Insel wie eine Heftklammer zusammenhält, wäre zu befürchten, dass der Nordwind den kleineren Teil eines Tages davonträgt.
Ab Januar wird hier von Susan Brandy eine Geschichte erzählen. Sie handelt vom Abschied, vom Neubeginn und von sonderbaren Tieren. 52 kurze Kapitel, jede Woche ein neues, immer am Sonntagabend.
Die Volanter*innen freuen sich sehr auf die Inselschreiberin 2021 und heissen sie herzlich willkommen.