
Familienausflug am Sonntag, Vater stellt fest, dass seine Stiefel wasserdicht sind und das Wasser nicht mehr ab fliesst. Mutter hat die Zwischenverpflegung zu Hause vergessen. Die Tochter will noch eine Sandburg bauen.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Familienausflug am Sonntag, Vater stellt fest, dass seine Stiefel wasserdicht sind und das Wasser nicht mehr ab fliesst. Mutter hat die Zwischenverpflegung zu Hause vergessen. Die Tochter will noch eine Sandburg bauen.

Es regnet seit nunmehr über 3 Tagen ohne Unterbruch. Also das normale Inselwetter. Der Kaffee riecht bei Regen noch aromatischer.

Im Untergrund tut sich was, aber niemand weiss Genaueres. Nicht einmal aus den Gerüchten ergibt sich ein mögliches Bild. Aber für Gesprächsstoff ist allemal gesorgt. Dabei hat einer doch wieder einmal den vermeintlich grössten Fisch gefangen und das bleibt ohne Erwähnung.
Wer weiss, wo das noch hinführt.
Der Wind dreht heute auf Norden.
Bess

Samstagmorgen, die meisten sitzen noch hinter ihren Kaffeetassen, aber der älteste Inselbewohner ist auch schon unterwegs, der Wind bläst ohne Unterlass über die Insel.

Seinen Platz auf der Insel, wie auch im Leben, ist schwer zu finden und dann verschiebt sich immer alles bevor man überhaupt ankommt.

Der Wind schiebt immer wieder neue Dinge in die Kulisse.

Obwohl der steigende Meeresspiegel die Insel bedroht, muss man sich ab und zu doch vergewissern, ob das Meer nicht vom Wind weggeblasen wurde oder ob es noch da ist.

Der Wind, das Rauschen der Brandung, irgendwo eine Schiffssirene und das Kreischen der Möwen in den Ohren, aber einige behaupten immer wieder sie hörten den Walgesang auf der Insel. Es gibt sogar welche, die nur deshalb die Insel besuchen.

Der Wind hat gedreht, und alles scheint für einen kurzen Moment gut zu sein.

Jetzt nützt alles nichts mehr, er ist zu spät.
Und alles ist gut.
Der Wind hat gedreht.