
Zu Hause wird gebacken und gekocht. Ein Brief ist gekommen. Joven hat frei. Das Meer ist hier auf der Insel anders. Vor allem an Weihnachten. Der Weihnachtsbaum wird jedes Jahr kleiner, dafür aber bunter.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Zu Hause wird gebacken und gekocht. Ein Brief ist gekommen. Joven hat frei. Das Meer ist hier auf der Insel anders. Vor allem an Weihnachten. Der Weihnachtsbaum wird jedes Jahr kleiner, dafür aber bunter.

Joven ist angekommen auf der Isla Volante, seine Gedanken sind noch auf dem Festland und die Gespräche und Menschen auf der Fähre gehen ihm noch durch den und doch überlegt er sich schon, wie es nächstes Jahr weitergeht.
Wie wird das Paar, das auf der Fähre ohne Unterbruch stritt, wohl die Festtage hier verbringen?
Bei seinen Eltern wartet auf alle Fälle ein Apfelkuchen auf ihn, er wird versuchen ihn nicht sofort aufzuessen.
Der Geruch der Insel hat er vermisst.

Warten auf den Bus
Warten auf das grosse Los
Warten auf Regen
Text: Ruth Loosli

Eigentlich war ein Besuch in eine Fabrik, die Fahrradkomponenten herstellt.
Eigentlich wäre der Berufschullehrer für die Organisation verantwortlich.
Eigentlich wäre Schule, wen der Besuch ausfällt.
Eigentlich müsste er zu Arbeit, wenn die Schule ausfällt.
Eigentlich hätte er rechtzeitig die Nachricht lesen sollen, dass der Besuch in der Fabrik nicht stattfindet.

Stoffe hole ich
Resten aus anderer Zeit
Fäden sind flügge
Text: Ruth Loosli

Wen die Fähre zur Isla Volante hinaus auf das Meer fährt, steht er oft am Hafen und schaut hinaus auf das Meer. Wieso sitzt er nicht auch auf der Fähre?
Einerseits fühlt er sich hier fremd und vermutet, dass man ihm das sofort ansieht, anderseits geniesst es, dass ihn niemand kennt.
Wie auf einem leeren Blatt, alles ist noch offen.

Der Wind begleitete ihn auf der Radrunde und selten von hinten und trieb zudem alle Menschen an den Strand.
Immerhin setzte am Abend Nieselregen ein, das fühlte sich schon fast wie auf der Insel an.

Du bist nicht mehr da
Dein Flügel wird abtransportiert
Verlassen das Haus
Text: Ruth Loosli

Das Gedächtnis ist überlastet, der Speicher voll.
Joven ist auf dem Weg zur Berufsschule.
«Die Holländerinnen» verdrängen den Staatsunterricht, die Berechnungen der Übersetzungen und die Englischwörter.
Der Unterricht beginnt gleich.

Frühstück ist gegessen, jetzt noch in Ruhe einen Kaffee trinken und dann zu Arbeit.
Im Gehirn arbeitet sich der Alltag in seine Träume hinein. Die Aufgabenlisten breiten sich aus. Es gibt kein entkommen.
Dabei möchte er doch nur an das Meer gehen.