wohin

kuhbube cowboys

ich mache mich auf, das pferd zu suchen. ein wegweiser steht zwischen zwei bäumen. er zeigt in alle vier richtungen. ich setze mich auf den sandboden und warte, bis eine eingebung mir sagen wird, in welche richtung ich gehen soll.

text:

mah

ich schlage vor, nach pferdeäpfeln ausschau zu halten (die verliert es häufiger als seine hufeisen, von denen es nur vier besitzt). das ist eine bewährte cowboy-methode, sein pferd wiederzufinden.

17. Januar 2007 - 09:34

euka

vielleicht trabt es sich ja auch nicht so gut, mit nur noch drei pferdeschuhn, weswegen das pferd möglicherweise ganz von selbst zum schuh zurückkommt und zwar viel schneller als man sich’s versieht und also muß es möglicherweise gar kein bißchen gesucht werden, sondern nur… gewartet – sozusagen?!?

außer es ist doch ein seepferdchen. man weiß ja nie. oder ein einhorn. oder eine kuh mit junge und schuh. dann fehlte zwar wieder das menschenkinde im bilde.

ja ist denn die insel in wirklichkeit ein labyrinth? ich glaube fast, die insel ist in wirklicht ein labyrinth. vielleicht…

17. Januar 2007 - 10:19

mah

@ euka: wenn’s ein seepferdchen ist, könnte man vielleicht eine pfütze oder einen kleinen see anlegen, um es anzulocken?
für’s einhorn empfehle ich die bewährte jungfrau.
und dann, ja, warten.

17. Januar 2007 - 11:13

euka

@ mah: jajaja guuut. pfütze, jungfrau. sehr gut. das kriegen die volanterinnen bestimmt ganz einfach aus dem ärmel geschüttelt.
bleibt nur noch die frage, die methodische: erst herausfinden, was es ist, und dann lockmittel einsetzen oder lockmittel einsetzen, um herauszufinden, was es ist?

17. Januar 2007 - 11:53

rittiner & gomez

wir sind ja gespannt, auf unseren nächsten auftrag.

17. Januar 2007 - 11:55

mah

@euka: das ist eine schwierige frage (viel schwieriger als die nach dem huhn oder ei): da wir ja nicht wissen, was es ist, müsste man erst die lockmittel einsetzen. aufs geratewohl, wohl. aber: wenn es kein seepferdchen ist und man lockt mit einer pfütze, muss man damit rechnen, plötzlich ein planschendes kind darin zu finden. oder: wenn es kein einhorn ist und man stellt eine jungfrau einfach so an eine kreuzung… da muss man aufpassen. (und auch gefasst sein auf die möglichkeit, dass es sich doch um ein ganz normales cowboy-pferd handelt. dieses kann man mit einer kuh locken.)
auf der anderen seite: wenn das hufeisen das einzige ist, was auf die einstige anwesenheit eines wie auch immer gearteten pferdes hindeutet, wie soll man sich da auf ein bestimmtes lockmittel festlegen? sind denn wirklich keine pferdeäpfel in der nähe zu finden?
(man muss es sich aber auch nicht allzu schwer machen und einfach mal verlockend tun: lockspiele sind ja gerade deshalb reizvoll, weil man nicht weiss, wie sie ausgehen – wir befinden uns schliesslich auf der isla volante, dem verlockendsten fleckchen treibsand irgendwo im nirgendwo)

17. Januar 2007 - 12:42

monoblog

neue sportart: „extreme horse searching“

17. Januar 2007 - 13:33

euka

@r&g: ohohoh, da bin ich wohl zu schnell losgeprescht in meinem überschwang und kann es nun nicht einmal auf das pferd schieben, das war ja bezeugterweise weit und breit nicht zu sehen und wird, ganz im gegenteil, von hypermodernen extremsportlern gesucht.
bleibt mir also nur, vielmals um entschuldigung zu bitten wegen der gar nicht so gemeinten großspurigkeit…

17. Januar 2007 - 14:41

HerrK

dorthin, wo immer dies sein mag!

17. Januar 2007 - 14:43

rittiner & gomez

@euka: die aufträge erhalten wir von sofffi und mar la gomez, nur wissen wir leider nie, wie sie auf all die inselbesucherinnen reagieren.
hingegen lospreschende, fabuliernde und sogar gross- beziehungsweise breitspurige cowboys und andere wesen sind hier immer willkommen.

17. Januar 2007 - 15:15

monoblog

wenn ich jetzt zeit hätte und auf der insel wär, würd ich gerne sofffi helfen pferdsuchen. mit einer flasche prosecco, versteht sich…

17. Januar 2007 - 18:11

mar la gomez

beim prosecco würde ich sagar helfen.

17. Januar 2007 - 18:46

martin

darf ich fragen: tragen eigentlich eselinnen und esel auch hufeisen? rostige gar?

17. Januar 2007 - 18:53

mar la gomez

eine kleine sage

DER ESEL MIT DEN SILBERNEN HUFEISEN

In dem Kreuzgange des Lüner Klosters, dessen Fenstere mit Wappen und anderen Darstellungen nebst Namen aller Geschlechter verziert sind, ist auch das Bild eines Esels zu sehen. Das Tier ist mit einem gefüllten Kornsacke beladen und hebt die mit weißglänzenden Eisen beschlagenen Hufe empor, als wenn es sie zeigen wollte. Dem Bilde liegt folgende Sage zugrunde:

Einst war eine große Mißernte gewesen, und die Kornlieferungen, auf die das Kloster angewiesen war, blieben aus. Die Nonnen hatten fast nichts mehr zu essen. Doch die fromme Äbtissin versammelte sie in gewohnter Weise zum Gebet und ermahnte sie zum Vertrauen auf Gott. Aber das wetter blieb ungünstig, und der Hunger drückte das ganze Land. Da schüttelte manche Nonne hoffnungslos das Haupt und fragte auch wohl die Äbtissin: „Wo ist nun dein Gott, dem du vertraust?“ Aber sie blieb still und hoffte auf des Herrn Hilfe und hielt an dem Gebet.

Da brachte man eines Tages nach dem Abendgebet die Nachricht, draußen vor der Tür stehe ein Esel, beladen mit einem Sack Korn, und als man hinkam, wars so. Die fromme Frau zweifelte nicht, daß es die Hilfe sei, um die sie so lange gefleht hatte. Der Sack wurde herabgenommen, geöffnet, und es war schöner gelber Weizen darin. Nun hatte die Not ein Ende. Aber der Esel war währenddessen verschwunden, und niemand wußte, wohin und woher er gekommen war. Das wiederholte sich geradeso an den folgenden Tagen, nu nicht am Sonntage. Da mehrte sich bald die Fülle des Korns auf allen Böden, so daß die Bauern aus der Umgegend und die Bürger aus Lüneburg kamen und in der Not gespeist und erhalten wurden während der ganzen Zeit der Teuerung.

Da sprach die fromme Äbtissin: „Der Herr hat uns erhört, und wir haben ihm gedanket für alle Gnade, die er uns erwiesen hat. Aber sollten wir des treuen Tieres vergessen, das uns die schöne Frucht herzugetragen?“ Und sie befahl, daß man am folgenden Tage den Esel festhalte und ihm die Hufe mit Silber belege. Das geschah auch; aber von dem Tage an kam der Esel nicht wieder.

Quelle: Karl Henninger u. Johann von Harten: Niedersachsens Sagenborn, Band 2, Hildesheim 1987, S.87-88. Nach Heinrich Steinvorth.

17. Januar 2007 - 18:58

euka

@r&g: da bin ich ja rundumerleichtert und spendiere aus der ferne die nächste flasche prosecco!

@mar la gomez: das auftauchen von hufeisen hing also, wie es scheint, auch schon zur zeit unserer altvorderen nicht gerade selten mit der abwesenheit ihrer trägertiere zusammen: sei es, daß das tier samt schuh verschwindet, sei es, daß es einen zurückläßt.

bei henninger und von harten findet sich nicht zufällig noch ein hinweis darauf, ob und, wenn ja, wie die werten nonnen das versilberte eselchen anschließend möglicherweise noch gesucht oder gar gefunden haben?

@mah: also die variante mit der einfach so an einer kreuzung platzierten jungfrau, erweitert um einen (höchst ehrenhaften, versteht sich) cowboy, der möglicherweise gerade einfach so aus dem wald spaziert…

wenn ich ehrlich bin, die täte mir ganz persönlich durchaus gefallen 🙂 auch wenn sie, zugegeben, nicht von großem einfallsreichtum zeugt.

17. Januar 2007 - 22:43

mah

@euka:
einfallsreichtum ist erst dann gefragt, wenn der cowboy auf die jungfrau an der kreuzung trifft. denn so einfach, wie’s ausschaut, ist es nicht. des cowboys liebster freund ist das pferd, der jungfrauens auftrag das einfangen des einhorns. wenn man da die ereignisse sich überstürzen lässt, ist das pferd längst über alle hügel und mit dem einhorn wird’s auch nichts mehr.
die lösung liegt im hufeisen, oder genauer, im träger, der es verlor. war’s ein esel, steht einer romanze zwischen jungfrau und cowboy im besten fall nichts mehr im wege. im schlimmsten steht da ein drache.

18. Januar 2007 - 05:32

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