
Im Briefkasten sind täglich Kartengrüsse vom Festland. Die Karten erzählen Geschichten und Träume, und bringen immer ein Stück Welt auf die Insel kommt.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Im Briefkasten sind täglich Kartengrüsse vom Festland. Die Karten erzählen Geschichten und Träume, und bringen immer ein Stück Welt auf die Insel kommt.

Gleich kommt der Regen und hoffentlich auch ein Kaffee.
Das Meer lässt sich nichts anmerken.

frühmorgens
glocken läuten
ein traum hat mich geweckt
noch ist es dunkel draussen
die tage werden kurz
die nächte kalt
all die menschen wieder auf der flucht
frühmorgens wer bringt ihnen heissen tee
einen schnürsenkel eine vertraute sprache
Text: Ruth Loosli
Die Volanter*innen bedanken sich herzlich für die wunderbaren Gedichte.
Mehr zum Lesen von Ruth Loosli finden sie hier.

Mein repetitiver Verstand
ist eine vom Ego verbrannte Netzhaut
die sich nun ablöst
Was kommt darunter zum Vorschein
Text: Ruth Loosli

Katharina Vasces und der Kobboi am Meer.
Das Meer und der Wind lärmen so laut, dass sie sich keine Gedanken machen müssen, was sie bereden sollen.
Das Meer und der Wind lärmen so laut und jeder Gedanke findet Platz darin.
Das Meer und der Wind lärmen so laut und sie geniessen den freien Tag.

Und abends knüpft man wieder
an die Träume an stolpert über Berg
und Tal und ehe man die Augen schliesst
fegt man die Behausung aus
Und manchmal verliert man die Fassung und fällt
ganz aus dem Rahmen und
fällt und fällt um wiederum nur in einem
Traum zu landen
Text: Ruth Loosli

Auch am Strand ist es schwer, keine Sehenswürdigkeit zu übersehen.

Der Sturm am See
hat mir Sand in die Augen gestreut
Hartnäckig blinzle ich
um die Tränenflüssigkeit
anzuregen
Dass du nicht zurückkehrst
muss
andere Gründe haben
Text: Ruth Loosli

Der Wind hat alles weggeblasen. Über Nacht, alles weggeblasen. Vermutlich wird es kein Montag mehr geben. Der Wind hat alles weggeblasen. Über Nacht.

Der Raum infinit
ist das Subjekt und ich bin
im Raum und zugleich bin ich
Raum
Text: Ruth Loosli