
Erleichtert und frei geht sie nun dem Strand entlang.
Der Wind begleitet sie sanft.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Erleichtert und frei geht sie nun dem Strand entlang.
Der Wind begleitet sie sanft.

Wieso ist sie nicht selber auf die Idee gekommen, ihre Botschaft mit einer Flaschenpost zu versenden? Zum Einwässern der Flasche, muss sie an den nördlichsten Punkt der Insel, sonst wird sie von der Strömung nicht hinaus auf das Meer getragen.
Der Wind ist stärker geworden.

Irgendjemand erzählte, irgendetwas von einer Flaschenpost und jetzt will sie jeder finden.
Da wird es bestimmt wieder viele Geschichten zu erzählen geben.
Seit sieben Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Messner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiss nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, aussergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen.

Sie ist immer noch da, genau wie ihre nicht geschriebene Postkarte. Dafür ist sie jetzt immerhin schon beim zweiten Espresso.
Der Wind dreht auf Norden.
Die Fähre hat Verspätung.

Die Sandburg ist weggespült.
Die Erinnerung bleibt.
Der Meeresspiegel steigt.
Der Wind wird stärker.
Immer wieder steht die Burg
neu im erinnerten
jeden Tag macht das Gedächtnis
reinen TischBess

Jetzt hat sie eine neue Postkarte gekauft, in der Hoffnung, dass damit auch ein brauchbarer Gedanke kommt.
Starke Winde sind angesagt.

Der Sonntagbraten liegt noch schwer im Magen. Der Nachtisch macht die Sache auch nicht einfacher.

Sie ist nicht weitergekommen mit ihrer Postkarte. Vermutlich reicht eine Postkarte nicht, um das, was sie ihrem Gatten mitteilen will, zu beschreiben. Vielleicht würde ja die leere Postkarte reichen. Den erzählen lässt sich später, das erlebte auch nicht wirklich.

Wo man auf der Insel auch hingeht, irgendjemand ist schon da oder kommt auf einen zu. Woher kommen die?

Die Frau sitzt nun schon die längste Zeit über der Postkarte und findet immer noch nicht die richtigen Grussworte an ihren Gatten. Wir können ihr leider auch nicht helfen.
„es war einmal Saharastaub, und jetzt ………“
Hanspeter Keller