Der Kobboi vermutet, dass jeder Besucher mit den Geschichten und Erfahrungen, die er mitbringt, die Insel immer wieder verändert und neu aussehen lässt. Nachweisen konnte das bisher niemand und es gibt auch keine wissenschaftlichen Studien dazu.
Katharina Vasces bringt ihm noch einen zweiten Espresso.
Nicht selten, reden Gäste, die zum Leuchtturm kommen, über Dinge und Sachverhalte, von denen Katharina Vasces und der Kobboi keine Ahnung haben. Heute geht es wieder einmal um Leben und Tod.
Das Tram blieb auf halber Strecke, bei der Bibliothek, stecken. Vermutlich konnte sich der Tramführer nicht entscheiden, welches Buch er ausleihen soll.
Der Kobboi weiss wieder einmal nicht, wo ihm der Kopf steht. In seinen Träumen trifft er immer wieder auf im altbekannten Menschen und Orte, die es in seinem realen Leben gar nicht gibt.
Über Nacht zog ein Orkan über die Insel, also hinaus an die frische Luft. Das hilft bestimmt.
Der Kobboi freut sich über jede Post, ob Brief oder Postkarte. Sie begleiten ihn schon durch sein ganzes Leben. Brief, die Glück brachten, Briefe, mit guten oder schlechten Nachrichten und Briefe, die unbeantwortet blieben. Nicht zu vergessen die Postkarten, die aus fernen Länder grüssen. Heute war wieder eine schöne handgemachte Postkarte im Briefkasten. Ein kleines Kunstwerk. Mail-Art
Niemand weiss, was die Zeichen am Himmel zu bedeuten haben und ob es sie überhaupt gegeben hat. Aber für Gesprächsstoff ist gesorgt. Ausserirdische? Geheimdienst? Ein Schiff? UFO? Wetterkapriolen? Auf alle Fälle reicht es, um noch einen zweiten Kaffee zu bestellen.
Zu viele Gedanken, Gefühle, Gerüche, Gemurmel, Gedränge überwältigen ihn und jetzt ist ihm schlecht. Der Kobboi sitzt in der Küche und weiss, dass er es nie lernen wird, damit umzugehen. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden, mit den zu viel an Gedanken, Gefühlen, Gerüchen …
Unmerklich werden es immer mehr, sie reden über alles Mögliche und es tönt meistens wichtig. Sie kennen sich überall aus, sind weltgewandt und haben alles und wollen doch immer mehr.
Immerhin, es werden keine Wetterrekorde vorausgesagt.