
Joven ist gut auf dem Festland angekommen.
Alle Gäste, die den Leuchtturm besuchen wollten, haben abgesagt.
Die Fischerboote blieben im Hafen.
Immerhin, Milla Cremoso verkaufte heute deutlich mehr Patisserie als sonst.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Joven ist gut auf dem Festland angekommen.
Alle Gäste, die den Leuchtturm besuchen wollten, haben abgesagt.
Die Fischerboote blieben im Hafen.
Immerhin, Milla Cremoso verkaufte heute deutlich mehr Patisserie als sonst.

Die Vorstellung ein Land zu erfinden, das es nicht gibt, ist ja so was von faszinierend, dass die Volanter*innen das selbstverständlich mit einer Postkarte feiern müssen.
Der Schotte Gregor MacGregor zählt zu den dreistesten Hochstaplern der Geschichte. In den 1820er-Jahren verkaufte er (sehr erfolgreich!) Staatsanleihen und Grundstücke eines Landes, das es gar nicht gab: Poyais an der Miskitoküste im heutigen Honduras.
Viele Auswanderwillige verloren nicht nur jede Menge Geld, für einige endete die Geschichte auch tödlich. Denn die fast 300 Siedlerinnen und Siedler landeten nicht wie versprochen in der Hauptstadt St. Joseph, sondern im Dschungel, mit zu wenig Lebensmitteln, aber umgeben von jeder Menge Mücken, die Gelbfieber übertrugen.

Noch einmal an das Meer.
Morgen muss er zurück auf das Festland.
Da wartet ein neues Fahrrad auf ihn.
Ein Geschenk von seinen Eltern und seinem Chef.
Der Chef hofft vermutlich, dass Joven jetzt mithalten kann.
Das alte Rad kommt also wieder zurück auf die Insel.

Der Weg zum Meer und die Nächte sind länger als sonst.
Das Jahr ist noch unbeschrieben, aber die Vergangenheit macht es dadurch nicht vergessen.
Joven friert leicht, sollte er nicht besser gleich wieder nach Hause gehen.
Er stolpert.
VACUUS
einsam steht er frei im leben
möchte nach der liebe streben
doch sehr fern ist ihm all‘ nähe
krächzend hört er eine krähe
ob die ihm was sagen will
plötzlich um ihn alles still
nur das ewig‘ meer mit dauschen
füllt die luft mit feuchtem rauschen0003| 2026 | ©HW
HerrWortranken

Wieso fahren die so schnell, haben die keine Freude am Radfahren und wollen das es möglichst schnell vorbei ist. Joven kann sich knapp im Windschatten halten. Nach der Kaffeepause geht es etwas besser. Die Nussgipfel liegen einigen doch schwer auf dem Magen.
Fahrradreinigen, Wäsche, Aufsatz für die Schule, Brief, Kochen, Putzen, Einkaufen und zum Meer.
Ausruhen

Der Wind begleitete ihn auf der Radrunde und selten von hinten und trieb zudem alle Menschen an den Strand.
Immerhin setzte am Abend Nieselregen ein, das fühlte sich schon fast wie auf der Insel an.

Frühstück ist gegessen, jetzt noch in Ruhe einen Kaffee trinken und dann zu Arbeit.
Im Gehirn arbeitet sich der Alltag in seine Träume hinein. Die Aufgabenlisten breiten sich aus. Es gibt kein entkommen.
Dabei möchte er doch nur an das Meer gehen.

Joven kann sich keinen Reim aus seinen Gefühlen machen.
Das Meer ist ruhig.

Die Ferien sind vorbei. Joven ist auf der Überfahrt auf das Festland. Das Meer ist unruhig. Hoffentlich hat er nichts vergessen. Die Fähre ist gut besetzt. Soll er noch etwas essen? Vielleicht kommt man nie an. Die Erinnerungen bleiben.

Schreiben
Lesen
Sein
Immerhin, auf den Wind ist Verlass.