
Kaum steigt Joven aus dem Meer, wird er sich wieder der Schwerkraft bewusst.
Der Wind stemmt sich ihm auf dem nach Hause Weg entgegen.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Kaum steigt Joven aus dem Meer, wird er sich wieder der Schwerkraft bewusst.
Der Wind stemmt sich ihm auf dem nach Hause Weg entgegen.

Das Meer zerrt ohne Unterlass an seinem Körper, eine Wohltat.
Joven geniesst das Schwimmen im Meer.
Wieso sind da auf einmal so viele Menschen am Strand? Sollte er sich vielleicht doch eine neue Badehose kaufen?
Dabei sind alle mit sich selber beschäftigt und beachten ihn gar nicht.
Wassertemperatur: 23° Luft: 25°
Eine frische Brise zieht über die Insel.

Mit der Regenjacke ist sie nicht zu übersehen.

Neulich, er fuhr soeben zügig an ihr vorüber, warf die tief stehende Morgensonne ihren Schatten weit voraus, auf den Radweg. Da sah er, dass sie, kaum dass er sie passiert hatte, die Arme ausbreitete und sich in deren Schattenwurf die Konturen von Schwungfedern abzeichneten. Erschrocken stieg er vom Rad und wandte sich um. Da stand sie, winkte und lächelte. Die Morgensonne blendete.
Ludwig Janssen
Hätten als Logbuch Betreiber gerne diese Szenerie beobachtet, aber sie sind auch heute wie immer aneinander vorbeigegangen.
Der Nieselregen begleitet ihn bis zum Leuchtturm.

Fast jeden morgen steht Frau Adler da und grüsst ihn, aber eigentlich weiss Joven nichts von ihr. Nicht einmal ihren Vornamen.

Dass es nur Einbildung ist weiss er, aber die Sonntage haben für Joven eine andere Farbe und sie riechen auch anders.
Im Rauschen vom Meer und dem Wind geht er der Küste entlang.
Eine Möwe beendete gerade jäh das Leben eines Fisches.

Esswaren sollten sie auf der Insel unter freiem Himmel nicht herumstehen lassen und auch beim Essen immer vor dem Zugriff der Möwen schützen. Den die Möwen werden sie ihnen ohne Pardon wegschnappen. Aus diesem Grund ist es auch verboten, die Möwen zu füttern.
Die Schreie der Möwen, die Brandung und der Wind in seinen Ohren, sind für ihn so was wie der Grund Beat, der ihn auf seinen Strangängen begleiten.

Jetzt hat die Möwe den Käfer vor seinen Füssen, zu ihrer Zwischenverpflegung gemacht und fliegt davon. Die Geschichte nimmt ein jähes Ende. Oder gibt es einen Käferhimmel?

Wie geben wohl die Möwen ihre Geschichten weiter und gibt es irgendwo eine Möwengeschichten Archiv. Schwebt es durch die Luft, ist es im Meer? Oder haben die Möwen, ihr ganzes Universum verinnerlicht und lassen sich gelassen vom Wind über das Meer tragen?
Der stärker werdende Wind erinnert ihn an den Heimweg.

Er ist ja ein langsam Leser, kein Wort darf überflogen werden. Die Angst die entscheidende Aussage zu verpassen, sitzt im immer im Nacken.
Heute hat Joven den letzten Brief an Milena gelesen. Das Eintauchen in eine ihm völlig unbekannte Welt, hat ihn regelrecht verwandelt.
Gregors Blick richtete sich dann zum Fenster und das trübe Wetter – man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen – machte ihn ganz melancholisch. „Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergässe,“ dachte er, aber das war gänzlich undurchführbar, denn er war gewöhnt, auf der rechten Seite zu schlafen, konnte sich aber in seinem gegenwärtigen Zustand nicht in diese Lage bringen. Mit welcher Kraft er sich auch auf die rechte Seite warf, immer wieder schaukelte er in die Rückenlage zurück. Er versuchte es wohl hundertmal, schloss die Augen, um die zappelnden Beine nicht sehen zu müssen und liess erst ab, als er in der Seite einen noch nie gefühlten, leichten, dumpfen Schmerz zu fühlen begann.
Franz Kafka