
Die Welt ist doch zu gross, da können seine Probleme nicht so wichtig sein. Das Wochenende verschafft ihm Zeit. Vielleicht kommt irgendwann die Erleuchtung.
Die Flut kommt leise.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Die Welt ist doch zu gross, da können seine Probleme nicht so wichtig sein. Das Wochenende verschafft ihm Zeit. Vielleicht kommt irgendwann die Erleuchtung.
Die Flut kommt leise.

Die Stürme sind zum Glück vorbei. Der Sonntag startet ganz ruhig. Frau Adler hat heute ihr neustes Kleid angezogen und sitzt immer noch zu Hause auf dem Sofa.

Zum Glück machte ihn seine Banknachbarin noch darauf aufmerksam, dass es beim Aufsatz nicht um Gelb, sondern um Geld geht. Er schaffte es noch knapp, alle „b“ und „d“ umzuwandeln und zu hoffen, dass die Lehrerin seinen Aufsatz gar nicht liest.
Ansonsten alles wie immer, aber anders.

Ein Aufsatz zum Thema Gelb. Was Gelb für einen bedeute und warum Gelb vielen so wichtig sei. Joven hat keine Ahnung was er schreiben soll. Er träumt vom Meer.
Die Börse beendet den Handelstag wieder einmal im Plus.
Eine Kaltfront wird in der Nacht die Insel überqueren.

Die Ferien sind vorbei und Joven ist schon unterwegs zur Schule, er hofft auf einen lang langen Weg dorthin. Das Schulhaus hat sich bestenfalls auch noch davon geschlichen. In der frischen Morgenluft ist noch alles möglich. Als er Frau Adler kreuzt, beschleicht ihn der Verdacht, dass sich doch nicht alles verändert hat.

Bevor die Flut kommt, muss Joven noch genügend Muscheln sammeln. Er hat sich ja vorgenommen, seine Eltern zu bekochen.
Die Zwiebeln im Öl glasig dünsten. Knoblauch 1 Min., Gemüse und Gewürze 3 Min. unter Rühren mitdünsten. Wein und Brühe zugiessen, 5 Min. köcheln lassen. Salzen, pfeffern und aufkochen. Muscheln im Sud zugedeckt 4-5 Min. kochen, bis sie sich öffnen. Mit Sud in tiefe Teller geben, mit Petersilie bestreuen.

Alle sind nach Hause gegangen. Was hat er verpasst? Zum Nachtessen gibt es Blinis, jetzt muss er sich sputen.

Joven ist überrascht, dass ein paar Mitschüler ihn zum Baden im Meer eingeladen haben. So ein Tag sollte einfach nicht vorübergehen.
Für Sonntag sind Stürme angesagt. Herr Cãna ersetzt die Dichtungen der Haustüre. Frau Adler ist beim Frisör.

Wo er auch hinkommt, alle scheinen zu fliehen. Hoffentlich auch die Schule.

Die Ebbe zeigt uns, dass uns alles nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht.
Die Gerüche von der Insel und des Meeres vermischen und verflüchtigen sich hier zugleich. Der Nordwind tut das seine dazu.