Sich einwickeln
in das Silbergrau
des Tages
in das Wort
der Wartenden.
Es heisst Sprache oder
Ich will nach Hause
Aus den Augen
leuchtet Fieber.
Es entzündet sich an
den Fragen
die sich kein Nest
zu bauen vermögen.
Kein Zuhause.
Text: Ruth Loosli
Ihre Gedanken begleiten sie auch auf ihren Spaziergängen, dem Strand entlang.
Verdauen
er hat sich den Kosmos
zu eigen gemacht und
ist dann gestorben
eingeschlafen
sagt man
sein Elefant sitzt
fassungslos in der
Küche
er wird bald
abgeführt und
zu einem guten Preis
verkauft
dort im Kosmos
gibt es ein Schwa
ein Nichts das
variiert werden kann
eine heilige Sprache
vielleicht
die zu uns flüstert
wenn die Toten so nah noch
am Verdauen sind
Text: Ruth Loosli
Sie nimmt das Wort
Gott
in den Mund
als dürfte nur sie davon
kosten als wäre es ihr
Eigentum.
Gott muss uns helfen
sagt sie und schiebt
ihren Rollkoffer durch
ihre ganz persönliche
Nacht.
Wer ist dieser Gott
den sie zwischen den
Zähnen
zermalmt als wäre
er ein armseliger Esel
an der Krippe
Text: Ruth Loosli
Ferien Grüsse von Herrn Reichmund an seine Familie in Kanada.
Er versucht mit viel Bild, damit er nicht von seinem Heimweh schreiben muss.
Der Verstand ist eine
Mühle
und die Gedanken sind
Körner
aus genmanipuliertem
Weizen.
Langweilig dieser Brei
aus dem ich
in 20 Minuten
meine tägliche
Nahrung beziehe.
Text: Ruth Loosli
Die Schatten sind zwar oft sehr gross, aber auch voller Farbe.
Der Briefkasten ist mein Museum.
Rod-Summers
Bonnefanten
Die Briefträgerin ist zu Zeit total ausgelastet.
Nebel
der sich auflöst
und die Ränder der Stadt
dem Licht übergibt
diese tanzt dem Nebel
auf der Nase
das ist seine letzte Phase
doch falsch gelacht
da ist er schon wieder
und schaut Frau Bieder
ins Mieder
Text: Ruth Loosli
Begegnungen machen glücklich.
Mit freundlichen Grüssen
Mail-Art Hamm
Der Kobboi ist noch nicht perfekt vorbereitet für die Tour de France und schon überfordert. Er befürchtet, sich demnächst in ein Crème brûlée zu verwandeln. Immerhin würde ihn dann Katharina Vasces mit Genuss verschlingen.