Die Lehrerin ist überrascht, über die abstrakte Denkweise eines Viertklässlers. Wären da nicht die Grammatik- und Rechtschreibfehler, würde sie an der Echtheit zweifeln. Nun gut, das Gelde vom Ei… die Felder voller Geld… gefallen ihr einfach. Diesmal gibt es trotz allen Fehlern und den viel zu langen, verschachtelten Sätzen eine gute Bewertung.
Frau Adler ist noch zu Hause. Herr Cãna hat schon den ganzen Fischfang verkauft. Katharina Vasces ist am putzen der Leuchtturmtreppe und der Kobboi repariert die Kaffeemaschine.
Zum Glück machte ihn seine Banknachbarin noch darauf aufmerksam, dass es beim Aufsatz nicht um Gelb, sondern um Geld geht. Er schaffte es noch knapp, alle „b“ und „d“ umzuwandeln und zu hoffen, dass die Lehrerin seinen Aufsatz gar nicht liest.
Ein Aufsatz zum Thema Gelb. Was Gelb für einen bedeute und warum Gelb vielen so wichtig sei. Joven hat keine Ahnung was er schreiben soll. Er träumt vom Meer.
Die Börse beendet den Handelstag wieder einmal im Plus.
Eine Kaltfront wird in der Nacht die Insel überqueren.
Die Ferien sind vorbei und Joven ist schon unterwegs zur Schule, er hofft auf einen lang langen Weg dorthin. Das Schulhaus hat sich bestenfalls auch noch davon geschlichen. In der frischen Morgenluft ist noch alles möglich. Als er Frau Adler kreuzt, beschleicht ihn der Verdacht, dass sich doch nicht alles verändert hat.
Bevor die Flut kommt, muss Joven noch genügend Muscheln sammeln. Er hat sich ja vorgenommen, seine Eltern zu bekochen.
Miesmuschel Rezept
Muscheln 10 Min. in kaltes Wasser legen. Oben schwimmende, beschädigte und offene wegwerfen. Die übrigen gründlich bürsten, den Bart entfernen und kalt spülen. Knoblauch und Zwiebeln schälen, in Scheiben schneiden. Möhre schälen, klein würfeln. Lauch putzen, in feine Scheiben schneiden.
Die Zwiebeln im Öl glasig dünsten. Knoblauch 1 Min., Gemüse und Gewürze 3 Min. unter Rühren mitdünsten. Wein und Brühe zugiessen, 5 Min. köcheln lassen. Salzen, pfeffern und aufkochen. Muscheln im Sud zugedeckt 4-5 Min. kochen, bis sie sich öffnen. Mit Sud in tiefe Teller geben, mit Petersilie bestreuen.
Sturm ist angesagt. Die Volanter*innen machen Pause.
Zum ersten Mal, seit sie sich erinnern kann, muss Frau Adler in einem der Wartesesselche mit den schrägen Beinen Platz nehmen. Anna mit dem perfekten Dauerwellenhändchen trägt die vorm Schaufenster stehenden Blumentröge in die Sicherheit des Salons, setzt sie ab mitten in die Haarsträhnen auf dem Boden. Kein Platz sonst. Meine armen Kinder sagt sie und streicht über die Blätter. Die abgeschnittenen Locken drehen sich im Tanz bei jedem Türöffnen.
Bess