Blutdruck, Temperatur, Puls, Herzschlag und und … werden kontrolliert, zudem ziehen sie Joven Kompressionsstrümpfe an und er soll aufsitzen. Joven macht wie ihm befohlen. Consulata, Lieke und Ebba beobachten ihn. Also nichts von grosser Freiheit. Joven stellt sich unvermittelt neben das Bett und bekommt sofort eine Standpauke und wird wieder auf das Bett gesetzt. Etwas von Thrombose und so weiter könnte passieren. Nach knapp einer Minute muss er sich wieder hinlegen. Muss jetzt aber nicht mehr auf dem Rücken liegen. Joven fühlte sich sicher, dass es mit dem aufstehen funktionieren wird. Er ist in den letzten Tagen, als niemand im Zimmer war, kurz zweimal aufgestanden. Morgen hofft er aufstehen zu dürfen.
Die Heilung sei jetzt doch besser verlaufen als vermutet. Die Röntgenbilder sehen für Joven zwar immer gleich aus, aber er ist erleichtert. Zudem befreit man ihn kurze Zeit nach dem Röntgen, von der Infusion. Obwohl er immer noch auf dem Rücken im Bett liegt, kommt ihm das vor wie eine grosse Befreiung. Das essen, schreiben, zeichnen und lesen geht so eindeutig besser.
Jacob Benevolente, Greti und Emilia brachten Schokolade mit, Joven soll Gewicht zulegen.
Zum Nachtisch muss er jetzt wieder Tabletten schlucken.
Onkel Carlos, der Bruder seiner Mutter mit seiner Frau Isabella und den drei Töchtern, ist zu Besuch. Joven kommt sich ein wenig vor wie im Zoo, die reden da über ihn, als wäre er gar nicht anwesend. Die wissen anscheinend auch mehr als er selber, warum er welche Medikamente bekomme und dass der Oberarzt Barras eine absolute Kapazität sei.
Diego hat nach dem Besuch auch wieder einiges zu kommentieren. Drei junge Frauen, da bekommt er kaum mehr genügend Luft. Joven hofft, nie erwachsen zu werden.
Jacob Benevolente, Greti und Emilia, brachten noch ein Eis mit. Ein Lichtblick.
Seine endlos anzüglichen Bemerkungen, wenn Joven gewaschen oder gepflegt wird, sind Ebba zu viel geworden. Jetzt wird Diego immer aus dem Zimmer verbannt, wenn er gewaschen wird oder sie seine Kehrseite massieren, damit seine Rücken keinen Schaden nimmt, vom Dauer liegen. Consulata hielt ihm auch noch eine Standpauke. Joven hat schon fasst bedauern mit Diego, ist aber heilfroh, dass er nicht mehr immer als Zuschauer und Kommentator dabei ist. Jetzt steht Diego sicher irgendwo völlig vereinsamt am Meer und schmollt.
Jacob Benevolente geht es wieder besser und kam wie üblich vorbei.
Jacob Benevolente sitzt im Führerstand der Tram, Greti und Emilia haben einen Fensterplatz und wir gleiten geräuschlos über die Insel. Alles ist gut. Joven liegt total entspannt in seinem Bett.
Seine Eltern forderten ihn heute am Telefon auf, er solle unbedingt mehr essen, der Arzt habe ihnen mitgeteilt, er sei noch viel zu leicht. Zum Dessert gab es Vanille Pudding.
Körpertemperatur: 36,3°
Blutdruck: 120/80
Gewicht: 38 Kg
Der neue Brief von Alejandra ist beantwortet und Papier hat er noch genug, so versucht Joven zu zeichnen. Liegend, mit dem Papierblock über dem Kopf, kann er sehr gut dem endlosen Gemecker von Diego ausweichen. Dieser beobachtet ihn ständig und muss immer alles kommentieren.
Jacob Benevolente mag das Bett nicht verlassen, Greti und Emilia sind zum Glück trotzdem vorbeigekommen.
Diego ist ungehalten, er wolle nicht in einer Toilette wohnen. Es passt ihm gar nicht, dass Joven sein Geschäft im Zimmer erledigt. Sein Wunsch nach einem Zimmer wird ihm aber nicht erfüllt. Das Sanatorium scheint ausgelastet. Joven hätte ihnen gerne mitgeteilt, dass er auch noch im Zimmer ist und mithören kann, was da verhandelt wird und dass es ihm auch stinkt, mit so einem Nörgler ein Zimmer zu teilen.
Der Besuch von Jacob Benevolente, Greti und Emilia, passt ihm auch nicht. Jetzt schmollt er auf dem Balkon.
Santiago muss dringend nach Hause, seit dem Besuch seiner Frau, scheint er ein Anderer zu sein. Mit einem kurzen Gruss verlässt er schon vor dem Frühstück das Zimmer. Am Nachmittag wird ein älterer Herr einquartiert. Diego ist Asthmatiker und er hofft, dass der Aufenthalt hier ihm hilft, dass es im weiter möglich sein wird in seinem Haus wohnen zu können.
Eine Frau kommt ins Zimmer und sucht nach Santiago, Joven kann ihr bestätigen, dass sie im richtigen Zimmer ist, aber er weiss nicht, wo Santiago sich aufhält. Der ist tagsüber selten im Zimmer. Nach kurzem Warten macht sie sich auf die Suche nach Santiago.
Am Abend stellt sich heraus, dass dies die Frau von Santiago war und der will genau wissen, was er mit seiner Frau gesprochen habe und was sie ihm für Fragen gestellt hätte. Joven versichert ihm, dass sie nur sehr kurz im Zimmer war und ihn fragte, wo er sei und er dies ja nicht wissen konnte und somit auch keinerlei Auskunft gegeben habe. Santiago schien, mit seiner Antwort nicht zufrieden sein und wollte nochmals wissen, ob sie ihn nicht ausgefragt hätte. Erst auf die Frage, von Joven, was sie denn gefragt haben sollte, gab Santiago Ruhe.
Wem will man im Jenseits wieder begegnen? Eine lustige und lebhafte Diskussion um die Menschen, die wir auf der anderen Seite wieder sehen wollen. Und die, welche wir auf keinen Fall sehen wollen. Greti wäre ausgesprochen glücklich, wenn sie ihrem Lehrmeister noch einmal so richtig ihre Meinung sagen könnte, nur ihre Hoffnung ist sehr klein, da der bestimmt in der Hölle schmort. Jacob Benevolente hofft auf eine Tramlinie, in dem er all seine Mitfahrenden weiterhin von einem Ort zum anderen bringen kann. Emilia will nur ihren Mann wiedersehen. Beim Zuhören, kommen Joven grosse Bedenken, dass dies ja total anstrengen und ausufernd werden wird und vermutlich im Chaos enden wird. Denn all die Menschen, mit denen er Kontakt halten möchte, haben ja auch wieder ihre Kontakte und die auch wieder und wieder.