
Der Duft der Panettone verbreitet sich auf der Insel.
Alles ist gut.
Die Volanter:innen wünschen allen, ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Der Duft der Panettone verbreitet sich auf der Insel.
Alles ist gut.
Die Volanter:innen wünschen allen, ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest.

So eine schöne Schrift, da wagt sich der Kobboi ja gar nicht zu antworten. Jetzt muss er noch Schönschrift üben.

Zwei Jahre nach meiner Ankunft auf der Insel begann ich anhand meiner Notizen, den Tagebüchern und den kurzen Texten, die ich zu den Bildern des Alten verfasst hatte, eine Geschichte zu verfassen: die Geschichte der fliegenden Insel.
Die Arbeit am Katalog des Alten hatte ich fertiggestellt. Er
umfasste 52 Bilder und Texte. Ich hatte eine kleine Auflage davon produzieren lassen, welche nun im Bücherladen der Insel zu kaufen war. Den Bewohnern hatte ich ein Exemplar geschenkt.
Text: Susan Brandy

Ein Gruss und schon kommen die besten Erinnerungen über das Meer und umspülen uns. Katharina Vasces und der Kobboi bleiben noch einige Zeit an der Küstenlinie.

Das angefangene Manuskript lag auf der Kiste, in der ich die Tagebücher des Alten aufbewahrte. Als ich an einem regnerischen Morgen Ende Dezember erneut danach griff, gab auch der Widerstand gegenüber den Tagebüchern nach. Ich legte das Manuskript zur Seite, holte eines der Bücher hervor, schlug es vorne auf und begann zu lesen.
Nach dem ersten Drittel legte ich das Buch auf den Boden und holte das nächste hervor. So las ich kreuz und quer durch mehrere Bücher, ausgehungert nach seinen Erzählungen und realisierte, dass ich mich in jeder seiner Geschichten wiederfand.
Text: Susan Brandy

Der Kobboi hat endlich eine passende Antwort-Postkarte gefunden.
Zurzeit öffnet der Kobboi den Briefkasten mehrmals täglich, obwohl er genau weiss, dass die Post nur einmal am Tag zugestellt wird.

Ich fühlte mich wohl in meiner neuen Routine. Die langen Spaziergänge mit Bello, die regelmässigen Besuche des Hafen-Cafés, die Ausfahrten mit dem Boot zum Leuchtturm, – wenn der Nordwind sie zulassen sollte – und die Arbeit am Katalog. Ich begann, mich mit der Insel und ihren Bewohnern zu verbinden, sie waren mein neues Zuhause geworden.
Und auch wenn ich unbewusst auf einen weiteren Schicksalsschlag zu warten schien, verspürte ich diese neuen, kurzen Momente des Glücks.
Text: Susan Brandy

Die Albträume wurden weniger. Wenn mich trotzdem einer mit rasendem Herzen aus dem Schlaf schreckte, blieb ich lange im Dunkeln sitzen und hörte dem Hund zu, der in seinen Träumen oft leise winselte.
Meine Gedanken wurden klarer, doch die Flecken auf meinem Gedächtnis waren geblieben. Genauso wie der Sog, der von den Tagebüchern des Alten ausging, die in der Kiste im Atelier lagen.
Text: Susan Brandy

Joven kann es sich nicht erklären, aber im Moment scheint alles gut zu sein.
Vermutlich tanzen zurzeit alle Volanter*innen zufrieden durch ihr Leben.

Bello begleitete mich auf meinen Streifzügen über die Insel und auf dem Ozean. Ich gewöhnte ihn an das Boot und nahm ihn mit, wenn ich zum Leuchtturm fuhr.
Bei der Frau des Bücherladens bestellte ich zwei Hunde-Ratgeber und versuchte mein Bestes mit dem Tier, was mir zu gelingen schien. Wenn ich die Bilder des Alten katalogisierte oder meine Notizen schrieb, lag er mir zu Füssen und döste.
Er freundete sich mit Lola und den zwei anderen Schafen an. Doch wenn ich ihn nicht im Auge hatte, jagte er sie mit freudigem Gebell aus dem Stall und trieb sie auf der Weide vor sich hin.
Text: Susan Brandy