
Die Leerstellen, welche Frau Adler hinterlassen hat, wollen neu aufgefüllt werden.
Schieben, zurechtrücken, auffüllen.
Der Friseursalon hat auf alle Fälle einmal pro Woche einen Termin mehr frei.
Vermutlich.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Die Leerstellen, welche Frau Adler hinterlassen hat, wollen neu aufgefüllt werden.
Schieben, zurechtrücken, auffüllen.
Der Friseursalon hat auf alle Fälle einmal pro Woche einen Termin mehr frei.
Vermutlich.

Der Hausrat von Frau Adler ist verpackt und bereit, um mit der Fähre auf das Festland transportiert zu werden.
*Die fliegende Insel von Michel Tournier steht neu in der Bibliothek.
Die Möbel will sie nicht mitnehmen.
**Den Seglern des gekenterten Bootes gelang es, bis zu den Klippen zu schwimmen. Und da hocken sie und warten auf Rettung nach dem Sturm.
*Angelika Wienert
**Wikipedia Bot Deutch
Michel Tournier ist ein französischer Schriftsteller, der für seine tiefgründigen und oft philosophischen Werke bekannt ist. „Die fliegende Insel“ (im Original „L’île des gauchers“) ist eines seiner bekanntesten Bücher. Es verbindet Elemente von Mythologie, Natur und menschlicher Existenz und entfaltet sich oft in surrealen und fantastischen Bildern.
In dieser Geschichte erkundet Tournier Themen wie Identität, Freiheit und die Beziehung des Menschen zur Natur. Die fliegende Insel selbst wird zu einem Symbol für den Traum von einem idealen Ort, fernab der Realität. Tournier spielt mit der Idee von Parallelwelten und der Flucht vor der alltäglichen Existenz.

Platz für Gerüchte.
Frau Adler habe schon die Wohnung gekündigt und bleibe auf dem Festland.
Alle können ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Ein Segelboot soll 2 Seemeilen vor der Insel gekentert sein.
Der Sturm hält an.

Sie lassen sich nicht wegreden oder ausradieren.
Sie bleiben.
Aber wir können sie neu erzählen und ausmalen.
Der Wind wurde noch stärker.
In der Bibliothek gibt es neue Bücher.

Keine Termine.
Der Wind, der über das Meer fegt, lässt sich von der Insel nicht bremsen.
Das Radio bleibt ausgeschaltet.

Der Mittagsschlaf … das Gekreische der Möwen schreckt ihn auf.
Der Kaffee ist kalt.
Immerhin besser als aufgewärmter.
Jetzt muss er aber vorwärtsmachen.

Ist das schon die zweite Tasse Kaffee?
Kaffeeduft und Palaver und nachdem jemand ein Eiskaffee bestellte und vielen Missverständnissen, ist man sich sicher, dass jemand tatsächlich einen Eisberg vor der Südküste gesichtet haben soll. Der treibt angeblich direkt auf die Insel zu. Ein Eisberg?
Katharina Vasces erinnert den Kobboi, dass er jetzt vermutlich mit dem Zubereiten des Eintopfs für den Mittag beginnen sollte.
Vermutlich ist es die dritte Tasse.
Herr Cãna weiss es auch nicht und hat höchstens eine Vermutung.
Welcher Tag ist heute?

Wie frei sind wohl die Möwen?
Herr Cãna weiss es nicht und hat höchstens eine Vermutung.
Haben Sie ein Gedächtnis?
Er weiss es nicht.
Trauern Sie?
Bestimmt.
Die neuen Hosen passen wie angegossen, seine verstorbene Frau hätte sie nicht noch anpassen müssen.

Der Kobboi ist immer noch unterwegs, die Rösti ist aufgegessen.
Frau Adler und Herr Coincidenciai sind vermutlich mit der Fähre abgereist.
Niemand weiss etwas Genaueres.
Die Geschichte kann vermutlich nicht weiter erzählt werden.
Sie sind weg.
Der Kobboi kämpft mit dem Seitenwind.
Verblasen.

Der Eisberg ist immer noch ein Thema, gesehen, hat ihn aber niemand. Nur kennt jeder Zweite, jemand, der jemand kennt, der ihn gesehen hat.
Bei Dauerregen lässt sich ja auch gut zusammensitzen, um die Gerüchteküche aufzumöbeln und mit allem möglichen auszurüsten.