Isla Volante

Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Postkarte Nr. 4

Postkarte Aquaerell Wasserfarbe Wotercolor

Heute kam nur die Briefträgerin vorbei.

Que la mer nous mange le corps, ah
Que le sel nous lave le cœur, ah
Je t’aimerai encore
Je t’aimerai encore
Oh, je t’aimerai encore
Je t’aimerai encore
Pommes

Postkarte Nr. 2

Postkarte

Ferien Grüsse von der Insel

Ich habe an der Küste gestanden
Immer wartend
Auf etwas Dauerhaftes

Sturm

Frisur Graphic Novel

Sturm ist angesagt. Die Volanter*innen machen Pause.

Zum ersten Mal, seit sie sich erinnern kann, muss Frau Adler in einem der Wartesesselche mit den schrägen Beinen Platz nehmen. Anna mit dem perfekten Dauerwellenhändchen trägt die vorm Schaufenster stehenden Blumentröge in die Sicherheit des Salons, setzt sie ab mitten in die Haarsträhnen auf dem Boden. Kein Platz sonst. Meine armen Kinder sagt sie und streicht über die Blätter. Die abgeschnittenen Locken drehen sich im Tanz bei jedem Türöffnen.
Bess

Zwielicht

Zwielicht Graphic Novel

Bei der Wetterlage könnte er doch behaupten, den Weg zur Schule gar nicht gefunden zu haben. Nachts hatte er einen komischen Traum.

Vielleicht folgt Joven dem Apfelduft zu Frau Adlers Apfelkuchen. Mit seinem Bild in der Hand läutet er und Frau Adler öffnet. Hallo Joven, das Bild passt ja wunderbar zu meinem Apfelkuchen! Magst du ein Stück? – Joven ist glücklich: Es gibt also nicht nur verschiedene Äpfel, sondern auch verschiedene Augen oder unterschiedliches Sehen!
Bess

Graues Violett

Abend Graphic Novel

Abends, es dämmert und Joven empfindet die Vorboten der Nacht als graues Violett, fragt er seine Mutter: Wann kommt Ludwig uns besuchen? – Warum Ludwig? – Er weiss soviel über Farben zu erzählen.
Bess

Katharina Vasces ist am Tee zubereiten. Der Kobboi arbeitet sich durch einen Roman, es scheint spannend zu sein. Mord im Pfarrhaus von Jill McGown. Da steht so was wie: „Gänsehaut statt Gänsebraten“.

Indigo

Indigo Graphic Novel

Nach dem Essen und den Schularbeiten holt Joven sein englisches Vokabelheft aus dem Ranzen. Er legt es aufs Gesicht und blättert die letzte Seite als erste auf. In die linke Spalte trägt er „Indigo“ ein und tiefer darunter Phthalogrün. In die rechte Spalte beschreibt er, wonach diese Farbe klingt, wo man sie findet, ob er sie mag, ob sie schmeckt.
Und dann mischt er in seinem Farbkasten das Blau an, wie er sich Indigo vorstellt. Und Phthalogrün, das auch einen Spritzer Indigo enthalten darf.
Bess

Katharina Vasces ist immer noch am Ausprobieren wie lange sie den Kaffee rösten muss, um das gewünschte Aroma zu erhalten. Der Kobboi beobachtet die Spiegelung, in seiner Espresso Tasse.

Frau Adler sitzt ganz hinten im leeren Tram, welches am Laden der Cãnas vorbeirollt und ein leichtes Seufzen von sich gibt.

Paynes

Colors Graphic Novel

Aureolin, Neapelgelb, Scharlachrot, Krapplack, Karmin, Coelinblau, Chromoxidgrün, Caput Mortum, Paynesgrau… Joven staunt.

Jovens Tag hat viele Farben. Manchmal an jedem Tag andere. Er weiss nicht, ob er überhaupt schon alle Farben kennt.
Farben, denkt er, wären ein spannendes Schulfach, darüber würde er gern etwas lernen.
Bess

Sand

Meer

Du bist Sand
Du bist der Sand und Land
Wo meine Sucht nur eine
Bucht in der die kleinen
Boote keinen Hafen fanden

Text: Ludwig Janssen

Schon wieder

Meer

Neulich, er fuhr soeben zügig an ihr vorüber, warf die tief stehende Morgensonne ihren Schatten weit voraus, auf den Radweg. Da sah er, dass sie, kaum dass er sie passiert hatte, die Arme ausbreitete und sich in deren Schattenwurf die Konturen von Schwungfedern abzeichneten. Erschrocken stieg er vom Rad und wandte sich um. Da stand sie, winkte und lächelte. Die Morgensonne blendete.
Ludwig Janssen

Hätten als Logbuch Betreiber gerne diese Szenerie beobachtet, aber sie sind auch heute wie immer aneinander vorbeigegangen.

Der Nieselregen begleitet ihn bis zum Leuchtturm.

Verwandlung

Verwandlung

Er ist ja ein langsam Leser, kein Wort darf überflogen werden. Die Angst die entscheidende Aussage zu verpassen, sitzt im immer im Nacken.

Heute hat Joven den letzten Brief an Milena gelesen. Das Eintauchen in eine ihm völlig unbekannte Welt, hat ihn regelrecht verwandelt.

Gregors Blick richtete sich dann zum Fenster und das trübe Wetter – man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen – machte ihn ganz melancholisch. „Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergässe,“ dachte er, aber das war gänzlich undurchführbar, denn er war gewöhnt, auf der rechten Seite zu schlafen, konnte sich aber in seinem gegenwärtigen Zustand nicht in diese Lage bringen. Mit welcher Kraft er sich auch auf die rechte Seite warf, immer wieder schaukelte er in die Rückenlage zurück. Er versuchte es wohl hundertmal, schloss die Augen, um die zappelnden Beine nicht sehen zu müssen und liess erst ab, als er in der Seite einen noch nie gefühlten, leichten, dumpfen Schmerz zu fühlen begann.
Franz Kafka