
Bei Regen findet Joven die Insel noch schöner.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Bei Regen findet Joven die Insel noch schöner.

Seine Eltern wollen ihn heute begleiten. Er wartet nun schon lang am Stand auf sie.
Sie wusste nicht was sie anziehen sollte, ob die Hosen zu den Schuhen passen, die Frisur sitzt, das Parfum zu aufdringlich und… Er war nicht besser dran, ist die Jacke zu edel für den Anlass, Krawatte ja oder nein, sollte er sich noch besser rasieren… Nach dem Wetterbericht, der starke Regenfälle ankündigt, entscheiden sie sich dann doch für ihre wetterfeste Alltagsbekleidung und Regenjacke.
Erwachsen zu werden scheint keine Alternative zu sein.

Das Gewitter wartet wohl, bis er in der Schule angekommen ist. Aber wer weiss vielleicht reicht es ja noch, er hat ja noch eine halbe Stunde Zeit. Der Meereswind begleitet ihn auf seinem Weg.

Joven stolperte heute an der Ostküste, mehr oder weniger zufällig über eine Flasche. Bei näherem Betrachten stellte er fest, dass es sich um eine Flaschenpost handelte. Natürlich war er gespannt, woher und wem auf der weiten Welt die Post stammt. Zu Hause kam dann die Ernüchterung. Der welcher die Flasche vor 41 Jahren auf die Reise schickte, war der Kobboi und die Flasche schien die Insel nie verlassen zu haben. Inhaltlich gab sie nicht viel her, herzliche Grüsse und die Anschrift vom Kobboi.
Joven überlegt sich nun, ob er die Flaschen irgend jemanden auf der Welt zusenden sollte, der sich dann beim Kobboi melden könnte.
Der Kobboi wasserte die Flasche 1978 bei Flut an der Westküste. Die Flasche schaffte es tatsächlich rund um die Welt, um ausgerechnet wieder an der Isla Volante zu stranden. Leider konnte dies niemand feststellen.

Bei Katharina Vasces gibt es trotz der Baustelle beim Leuchtturm Kaffee und Kuchen. Bis Sonntag auch noch Crema Catalana.
Joven hört dem Meer zu. Frau Adler hat sich heute verspätet.

Joven kann sich heute Zeit lassen, am Sonntag wird erst gegen Abend zusammen gegessen. Regen und Wind halten die Insel frei von schaulustigen Besuchern.
Frau Adler hört dem Regen zu.

Das Herr Cãna sie einmal bemerken würde hat sie eigentlich aufgegeben. Frau Adler stellt fest, dass es ihr sichtlich besser geht, seit sie täglich hinausgeht und beobachtet was sich da so alles in ihr und um sie herum in Bewegung ist. So steht sie also immer noch täglich am Ufer und schaut auf das Meer hinaus.
Joven kommt heute zu spät zu Schule.

Keine besonderen Ereignisse. Joven mag diese Tage, so kann er ungestört mit seinen Gedanken dem Strand entlang gehen.
Dem Kobboi ist gestern die Crema Catalana recht gut gelungen. Katharina Vasces nahm noch einen Nachschlag.

Joven muss vorwärtsmachen, er hat einen Termin bei der Dentalhygienikerin.

Der Anblick einer 16-jährigen Schülerin löste bei einem älteren Herren, der die Insel besuchte eine Nachhallerinnerung aus. Nach kurzem hyperventilieren brach er zusammen. Die Sanität konnte ihn aber schnell in die Notaufnahme bringen, wo er sich nun von seinem Schreck erholt.
Beim Leuchtturm laufen die Vorbereitungen für die Verschiebung planmässig.
Der Kobboi ist am Üben, wie er die perfekte Crema Catalana herstellen kann, um Katharina Vasces die Zeit zu versüssen, biss sie wieder beim Leuchtturm einziehen können.
Ansonsten gibt es nichts Aussergewöhnliches von der Insel zu berichten.
Die Karamellschicht entsteht durch auf die Creme gestreuten Zucker, der traditionell mit einem speziellen, im Feuer erhitzten Eisen gebrannt wird.
Die Crema Catalana wird in einfachen Tonschalen serviert und ähnelt der französischen Crème brûlée. Sie wird im Gegensatz zu dieser jedoch nicht im Wasserbad zubereitet und statt Sahne wird Milch verwendet, die mit verquirltem Eigelb und Speisestärke verrührt und anschliessend abgekocht wird. Mit Zimt und Zitronen- oder Orangenschale gewürzt, wird die heisse Creme in die Tonschalen abgefüllt.