Es ist nichts mehr zu sehen vom Unglück von gestern, aber zu reden gibt es mehr als genug. In der Nacht zog auch noch ein Sturm über die Insel. Frühmorgens wurde ein fremdes Segelboot gesichtet, was eigentlich alltäglich ist, aber heute erscheint das verdächtig. Vor lauter Aufregung hat Frau Adler ihre Knieschmerzen vergessen, so schnell war sie schon lange nicht mehr unterwegs und Joven schlägt einen schulfreien Montag vor, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Irgendjemand hat hier die Ladung verloren und Verantwortliche sucht man vergebens. Aber immerhin ein gutes Motiv für alle, die ein Foto machen wollen. Die Küstenwache ist schon unterwegs, um die Dinger einzusammeln, falls sie wieder herunterkommen sollten.
Der Kobboi vermutet, dass jeder Besucher mit den Geschichten und Erfahrungen, die er mitbringt, die Insel immer wieder verändert und neu aussehen lässt. Nachweisen konnte das bisher niemand und es gibt auch keine wissenschaftlichen Studien dazu.
Katharina Vasces bringt ihm noch einen zweiten Espresso.
Nicht selten, reden Gäste, die zum Leuchtturm kommen, über Dinge und Sachverhalte, von denen Katharina Vasces und der Kobboi keine Ahnung haben. Heute geht es wieder einmal um Leben und Tod.
Das Tram blieb auf halber Strecke, bei der Bibliothek, stecken. Vermutlich konnte sich der Tramführer nicht entscheiden, welches Buch er ausleihen soll.
Der Kobboi weiss wieder einmal nicht, wo ihm der Kopf steht. In seinen Träumen trifft er immer wieder auf im altbekannten Menschen und Orte, die es in seinem realen Leben gar nicht gibt.
Über Nacht zog ein Orkan über die Insel, also hinaus an die frische Luft. Das hilft bestimmt.
Niemand weiss, was die Zeichen am Himmel zu bedeuten haben und ob es sie überhaupt gegeben hat. Aber für Gesprächsstoff ist gesorgt. Ausserirdische? Geheimdienst? Ein Schiff? UFO? Wetterkapriolen? Auf alle Fälle reicht es, um noch einen zweiten Kaffee zu bestellen.
Unmerklich werden es immer mehr, sie reden über alles Mögliche und es tönt meistens wichtig. Sie kennen sich überall aus, sind weltgewandt und haben alles und wollen doch immer mehr.
Immerhin, es werden keine Wetterrekorde vorausgesagt.
Die ersten Vorsätze sind schon gescheitert und die Strichlisten müssen umgearbeitet werden. Zum Glück sind die meisten geübt, damit umzugehen und der Wind weht über die Insel wie eh und je.
Der Tramfahrplan vom Hafen zum Leuchtturm hat sich im neuen Jahr nicht verändert. Das Tram fährt, wie immer, von 7 00 bis 10 00 zur vollen Stunde im Hafen und zur halben Stunde beim Leuchtturm ab. Je nach Wind und Wetter, wie immer auch ganz anders.