Joven kann es kaum glauben, seine Eltern servieren zum Nachtessen Yudofu. So etwas gab es noch nie und gegessen wurde mit Stäbchen. Seine Eltern taten wie selbstverständlich, wortlos wird gegessen. Sprachlos, auch das ist neu. Joven zwickt sich in die Arme, um zu kontrollieren, ob er wach ist oder nur träumt.
Sogar die Möwen scheinen anders zu fliegen.
Die Erde ist weiss.
Joven liest weiter.
Bild: Frei nach Jiro Taniguchi
Yudofu – einfacher Tofu-Eintopf
Yudofu, das auch als Yu Tofu zu finden ist, ist ein einfaches Eintopfgericht, wobei Tofu in heissem Wasser (Yu) gekocht wird. Dabei ist das Wasser nicht einfach Wasser, sondern eine geschmackvolle Kombu-Brühe (getrocknete Algen). Es werden keine weiteren Zutaten, wie es eigentlich bei einem Eintopf (Gemüse, Fisch oder Fleisch) üblich ist, hinzugeben. Das klingt zwar ein wenige langweilig, ist aber sehr lecker!
Besonders beliebt ist es im Winter zusammen mit einem Dip, bestehend aus Sojasosse, Reis-Essig und Zitronensaft, der Ponzu Sauce genannt wird. Alternativ ist auch Mentsuyu geeignet.
Nach dem Besuch der Bibliothek geht Joven den Strand entlang und erschrickt leicht, als er die zwei Fremden im Gras sitzen sieht. Er fragte sich ja immer schon wie die Geschichten in die Bücher kommen. Nun scheinen sie auch noch aus den Büchern wieder herauszukommen. Oder ist er selber hineingeraten?
Auf alle Fälle ist er gespannt, wie sich die Sache zwischen Tsukiko und dem Sensei, ihrem alten Lehrer entwickelt. Alles scheint im so fremd und nun doch so nah zu sein.
Bild: Frei nach Jiro Taniguchi
Der Himmel ist Blau, die Erde ist Weiss von Hiromi Kawakami und Jiro Taniguchi
Der Himmel ist Blau, die Erde ist Weiss von Hiromi Kawakami und Jiro Taniguchi ist eine wunderschöne Literaturadaption, perfekt geeignet für Liebhaber japanischer Traditionen und unaufgeregten, dafür nachhaltigen Geschichten. Mich hat die Geschichte von Tsukiko und ihrem alten Lehrer positiv überrascht, denn es handelt sich wahrhaftig um eine sehr aussergewöhnliche Liebesgeschichte, die mich mit ihrer intensiven Erzählweise in ihren Bann gezogen hat. Svenja – Pan Tau Books
Er liest, der Kobboi. Der Roman führt ihn in eine fremde Welt. Die ganze Insel scheint sich durch das lesen zu verändern. Der Kaffee riecht besonders gut.
Das Kreischen der Möwen nimmt er gar nicht mehr wahr.
Joven ist wieder einmal ausgezogen, um die Insel zu entdecken.
Seine Eltern durften zum Elterngespräch. Die Lehrerin ist mehr oder weniger zufrieden mit Joven. Alles in Ordnung die Eltern sind erleichtert.
Als das Gespräch beendet ist und man ins palavern kommt. Erwähnt die Lehrerin dann so beiläufig, dass ihr Joven noch nie beim Stiefel ausziehen geholfen habe. Ob er zu Hause auch so wenig Hilfsbereitschaft zeige, wollte die Lehrerin wissen. Seine Eltern sassen zum Glück noch, sonst hätten sie sich jetzt wieder hinsetzen müssen. Doch doch, er sei immer bereit mit anzupacken, betonten seine Eltern.
Die Sache ist die, dass die Lehrerin bei Regen und von dem gibt es viel auf der Insel, immer hohe rote Gummistiefel trägt. Vor Schulbeginn reissen sich die Schülerinnen meistens darum, ihr Bein ausziehen zu helfen. Für Joven gab es also nie einen Grund sich da in den Vordergrund zu drängen, da war er ganz grosszügig.
Weil zwischen einem Paar aus Zürich spektakulär wenig geschah, dass sich seine Geschichte auflöste und verflüchtigte. Romana Ganzoni
Der Satz auf der ersten Seite des Romans „Tod in Genua“ gefiel dem Kobboi. Er fühlte sich durch den Satz weniger einsam. Jetzt kann er ruhig weiterlesen.
Der Kobboi ist ja ein ausgesprochener langsamer Leser. Nicht etwa, weil er geduldig ist. Nein er kann nicht anders und hat auch immer Angst ein Wort auszulassen und so genau die entscheidende Stelle in einer Geschichte zu verpassen. Dann wäre ja alles umsonst gewesen.
Regen fiel heute spektakulär viel. Das Leben auf der Insel geht seinen Gang.
Alles nach Plan, Glück gehabt. Der Leuchtturm steht am neuen Standort. So kann er weiter den Seeleuten den Weg weisen und für die Volanterinnen bleibt er ein beliebter Treffpunkt.
Auf Ansprachen wird verzichtet. Jetzt wird angestossen und für Verpflegung ist auch gesorgt. Milla Cremosso verwöhnt die Schaulustigen mit Süssem.
Joven findet diesen Tag wunderbar.
Expertenmeinungen
Systematischen Auswertungen von Expertenmeinungen zufolge besteht im Fall einer Erwärmung um fünf Grad Celsius eine 5%ige Wahrscheinlichkeit eines Meeresspiegelanstiegs um mehr als 2,38 Meter bis 2100. Weiteren Forschungsergebnissen zufolge ist innerhalb von 300 Jahren ein Anstieg um 2,5 m bis zu 5,1 m möglich.
Morgen ist es so weit, der Leuchtturm wird 50 Meter nach Süden und 5 Meter in die Höhe verschoben. Katharina Vasces und der Kobboi hoffen das alles reibungslos über die Bühne geht und sie bald wieder in ihr Heim einziehen können.
Morgen ist Schulfrei, Joven hat den Wecker schon gestellt. Er will nichts verpassen.