Welche Farbe haben die einzelnen Schulfächer? Joven ist überfordert. Jedes Fach hat doch mehrere Farben. Algebra ist für ihn ein Gebilde mit endlosen Gängen und Räumen in warmen Farben. Geometrie da sieht er nur Formen und keine Farben. Deutsche Grammatik? Ein giftiges Gelb? Sport schwarz? Auf alle Fälle haben die meisten Schulfächer ein künstliches Licht, aber in welcher Farbe? Bis morgen muss er sich entscheiden.
Die Lehrerin erzählte von Menschen, für die jede Zahl oder jeder Ton eine Farbe habe. Joven wird es beim Gedanken daran schon schwindelig.
Der Schulweg hat auf alle Fälle jeden Tag eine andere Farbe.
Eigentlich ist er ja begeistert und fasziniert, was er in der Schule an Unbekanntem erfährt, ganz neue Welten öffnen sich vor ihm. Das Rauschen der Brandung tönt aber unablässig durch seine Hörgänge. Er ist machtlos.
Joven muss seine Studien unterbrechen, die Schule fordert seine ganze Aufmerksamkeit. Auf alle Fälle hat er sich das vorgenommen oder seine Eltern und die Lehrerin fänden es Wünschens wert.
Über die Festtage gibt es auf der Insel mehr Besucherinnen als üblich. Einige kommen ihm erstaunlicherweise sehr vertraut vor. Joven geniesst die Langeweile, am Montag muss er wieder zu Schule.
Die Lektüre ist fertig und so treibt es Joven wieder einmal nach Draussen.
Der Tiefschlaf hat die meisten Volanterinnen noch fest im Griff.
Die Versuche vom Kobboi, eine Panettone zu backen sind gescheitert. Immerhin riecht es fein nach Vanille.
Während ihr die Omelette in der Pfanne anbratet, überlegt sich Frau Adler was sie für Herrn Cãna kochen würde, wohl wissend, dass dies nie eintreffen wird.
Die Geschichten von Julius Corentin Acquefacques haben in total in den Bann gezogen. Es gibt kein Entrinnen.
Dafür ist er doch mehr oder weniger vom Besucherstrom zu Hause befreit.
Das Leben auf der Insel nimmt ansonsten seinen gewohnten Gang. Selbstverständlich war es noch nie so stürmisch, soviel regnete es noch nie, die Kinder noch so vorlaut, die Schule noch nie und solange sie sich erinnern können, noch nie…
Vermutlich ist er es doch. Zwischen Weihnachten und Neujahr hat es ja immer wieder Touristen auf der Insel. Warum sollte also auch nicht Julius Corentin Acquefacques, sich für einmal aus all den Büchern geschlichen haben, um sich für ein paar Tage zu erholen.
Bild: Frei nach – Marc-Antoine Mathieu
Comics bei Reprodukt
In den Bänden über Julius Corentin Acquefacques, lotet der Autor und Zeichner Marc-Antoine Mathieu die Grenzen des Erzählbaren aus – und so ganz nebenbei auch die der Buchgestaltung – sodass man aus dem Staunen gar nicht herauskommt.
Die Bände:
Der Ursprung
Die vier F…
Der Anfang vom Ende
Der Wirbel
Die 2.333. Dimension
Die Verschiebung
Tote Erinnerung