Vanille? Schmeckt der Sonntag nach Vanille? Oder bildet er sich das nur ein? Wie kommt er nur auf diese Frage? Das Meer und die Insel können doch nicht nach Vanille riechen? Oder? Joven bleibt noch eine Weile am Meer.
Frau Adler will heute nicht alleine essen, sie sitzt im Tram und ist gleich beim Leuchtturm.
Bei der Wetterlage könnte er doch behaupten, den Weg zur Schule gar nicht gefunden zu haben. Nachts hatte er einen komischen Traum.
Vielleicht folgt Joven dem Apfelduft zu Frau Adlers Apfelkuchen. Mit seinem Bild in der Hand läutet er und Frau Adler öffnet. Hallo Joven, das Bild passt ja wunderbar zu meinem Apfelkuchen! Magst du ein Stück? – Joven ist glücklich: Es gibt also nicht nur verschiedene Äpfel, sondern auch verschiedene Augen oder unterschiedliches Sehen!
Bess
Heute mussten sie in der Schule einen Apfel zeichnen, die Lehrerin bemerkte zu Jovens Werk: „Das ist kein Apfel“. Da musste er ihr recht geben, den es ist eine Zeichnung und kein Apfel.
Frau Adler backte heute einen Apfelkuchen und stellte sich vor, ihn zusammen mit Herrn Cãna zu essen. Sie klopfte dann doch bei ihrer Nachbarin und die war sofort bereit mitzuessen.
Ein Herr aus Belgien hat seinen Besuch angemeldet. Die Sprache, die der Herr spricht, bleibt für Joven ein unlösbares Rätsel. Nach dem Essen wollte er eine Pfeife rauchen. Leider wollte es ihm nicht gelingen, sie anzuzünden. Was ihn aber in keiner Weise zu wundern scheint.
Abends, es dämmert und Joven empfindet die Vorboten der Nacht als graues Violett, fragt er seine Mutter: Wann kommt Ludwig uns besuchen? – Warum Ludwig? – Er weiss soviel über Farben zu erzählen.
Bess
Katharina Vasces ist am Tee zubereiten. Der Kobboi arbeitet sich durch einen Roman, es scheint spannend zu sein. Mord im Pfarrhaus von Jill McGown. Da steht so was wie: „Gänsehaut statt Gänsebraten“.
Nach dem Essen und den Schularbeiten holt Joven sein englisches Vokabelheft aus dem Ranzen. Er legt es aufs Gesicht und blättert die letzte Seite als erste auf. In die linke Spalte trägt er „Indigo“ ein und tiefer darunter Phthalogrün. In die rechte Spalte beschreibt er, wonach diese Farbe klingt, wo man sie findet, ob er sie mag, ob sie schmeckt.
Und dann mischt er in seinem Farbkasten das Blau an, wie er sich Indigo vorstellt. Und Phthalogrün, das auch einen Spritzer Indigo enthalten darf.
Bess
Katharina Vasces ist immer noch am Ausprobieren wie lange sie den Kaffee rösten muss, um das gewünschte Aroma zu erhalten. Der Kobboi beobachtet die Spiegelung, in seiner Espresso Tasse.
Frau Adler sitzt ganz hinten im leeren Tram, welches am Laden der Cãnas vorbeirollt und ein leichtes Seufzen von sich gibt.
Indigo, Phthalogrün, Hookergrün, Azogelb… für Joven sind die Farben eher ein Gefühl, ein unbeschreibliches endloses Universum. Zum Glück sind sie in der Schule schon wieder bei einem ganz anderen Thema. So kommt keiner an seine Farben.
Zum Mittagessen gibt es Fisch, er mag ihn, solange er nicht sieht, wie er gefischt wird.