
Der Himmel weint leise
alles geht ein wenig langsamer als sonst
nochmals ein Kaffee einschenken
Die Nachrichten, die aus dem Radio ertönen, kaum zu ertragen
Der Himmel weint leise
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Der Himmel weint leise
alles geht ein wenig langsamer als sonst
nochmals ein Kaffee einschenken
Die Nachrichten, die aus dem Radio ertönen, kaum zu ertragen
Der Himmel weint leise

Die Welt spielt verrückt.
Er kann noch so lange im Meer schwimmen, es reicht nicht, um seine Trauer wegzuspülen.

Das Meer heisst immer noch Meer
und nicht immer noch mehr

Nach drei Tagen Inselurlaub kommt doch allmählich mehr Leben in ihn hinein.
Bis zum Strand hat er nur noch halb so lange wie am Montag.
Da Sand in all seinen Kleidern scheint ihn auch nicht mehr zu stören.

Ein Tag, um hinter der Kaffeetasse sitzen zu bleiben. Ein Sturm fegt über die Insel. Der Wind rüttelt und pfeift mit aller Kraft am Leuchtturm.
Das Sand-Salzwasser-Gemisch, das einem mit über 100 km/h entgegenkommt, wäre ein perfektes Hautpeeling. Aber sicherer ist es, hinter der Kaffeetasse sitzen zu bleiben.

Was so alles auf dem Meer gesehen werden will, von Geistern, Monsterwellen, Untieren, bis hin zu Ausserirdischen kommt alles vor in den Erzählungen der Leuchtturmbesucher*innen. Heute hat jemand sogar noch ein historisches Piratenschiff gesichtet, die seien direkt auf sie zugesteuert und hätten erst im letzten Moment abgedreht und in einer Nebelwolke verschwunden. Sogar Kanonenschüsse seien zu hören gewesen.
Katharina Vasces ist besorgt, ob bei ihren Getränken, die sie servierte, wirklich alles in Ordnung war. Der Kobboi reinigt noch einmal die Kaffeemaschine.

Immerhin hat er jetzt schon einmal eine Postkarte ausgewählt.
Jetzt muss Herrn Cãna sich nur noch mit seiner Handschrift versöhnen und dann ein Grusswort, das müsste reichen.
Wo sind jetzt schon wieder die Briefmarken?
Der Regen soll im Laufe des Tages stärker werden.

Der Regen kommt täglich, wie immer. Es gibt also doch noch so was wie Normalität, auf einer Welt.
Beim Leuchtturm gab es neue Kaffeetassen und der Kobboi ist mit einer neuen Regenjacke unterwegs.
Frau Adler schrieb eine Neujahrskarte an Herrn Cãna, der wundert sich und ist nun auf der Suche nach einer passenden Antwortkarte. Oder ist es schon zu spät?
Die Regenwolken scheint sich über der Insel auszuweinen.
Das Klima verändert sich, dafür gibt es zweifelsfreie Belege. Die Temperaturen und der Meeresspiegel steigen, Eismassen schmelzen, der Wasserkreislauf verändert sich, der Permafrost taut und Ökosysteme geraten aus den Fugen. Der beobachtete Klimawandel ist fast vollständig auf den Ausstoss von Treibhausgasen durch menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Bei einem weiteren Anstieg der Emissionen verstärken sich die Auswirkungen. Mit raschen weltweiten Massnahmen lassen sich jedoch die schlimmsten Auswirkungen begrenzen.

Aufbruchstimmung, alles löst sich auf. Das Jahr verabschiedet sich.
Wind, Meer und Wolkenbruch setzen zum Finale an.

Über die Festtage treten die Volanter*innen gerne gemeinsam auf. Irgendjemand kochte ein Risotto am Strand und die Nachricht hat sich anscheinend bis zu allen durchgesprochen. Jetzt wird palavert.