
Hier war er noch nie und doch scheinen dies seine Erinnerungen zu sein.
Nichts mehr wird so sein, wie es nie war.
Herr Cãna ist glücklich.
Logbuch der Insel von Rittiner & Gomez

Hier war er noch nie und doch scheinen dies seine Erinnerungen zu sein.
Nichts mehr wird so sein, wie es nie war.
Herr Cãna ist glücklich.

Seine Gedanken machen eine Zeitreise, Herr Cãna weiss nicht wie ihm geschieht.
Hier lernte sein Grossvater schwimmen.
Und hier lernte er in den Schulferien Grossmutter kennen.
Wieso ist er jetzt hier?
Vielleicht, weil es ihn immer dorthin zieht, wo die Zeit am langsamsten ist?

Herr Cãna hat seiner verstorbenen Frau viel zu erzählen.
In sieben Monaten wird er Grossvater.
Er vermisst sie.
Er freut sich.

Herr Cãna ist schon wieder zu Hause.
Sein Sohn und die Schwiegertochter kommen zum Mittagessen.
Was soll er zum Nachtisch machen?
Und zum Kaffee?
Der Teig gärt noch vor sich hin.

Ist das schon die zweite Tasse Kaffee?
Kaffeeduft und Palaver und nachdem jemand ein Eiskaffee bestellte und vielen Missverständnissen, ist man sich sicher, dass jemand tatsächlich einen Eisberg vor der Südküste gesichtet haben soll. Der treibt angeblich direkt auf die Insel zu. Ein Eisberg?
Katharina Vasces erinnert den Kobboi, dass er jetzt vermutlich mit dem Zubereiten des Eintopfs für den Mittag beginnen sollte.
Vermutlich ist es die dritte Tasse.
Herr Cãna weiss es auch nicht und hat höchstens eine Vermutung.
Welcher Tag ist heute?

Wie frei sind wohl die Möwen?
Herr Cãna weiss es nicht und hat höchstens eine Vermutung.
Haben Sie ein Gedächtnis?
Er weiss es nicht.
Trauern Sie?
Bestimmt.
Die neuen Hosen passen wie angegossen, seine verstorbene Frau hätte sie nicht noch anpassen müssen.

Den Gedanken nachhängen
Die machen, was sie wollen
Lassen sich auch nicht hineinreden
Die treiben es bunt
Das Meer ist blau
Es gib nichts Aussergewöhnliches zu berichten. Alles nimmt seinen gewohnten Gang. Die Fähre kam pünktlich.

Sie hat das schönste Taschentuch
Verloren hier am Strand
Wie einst den Liebsten
Der verlassen hat
Sie in dem Dünensand229 |2024| ©HW

Es ist nichts mehr zu sehen von der Verschiebung des Leuchtturmes. Er tut so, als wäre er immer da gestanden.
Aber die Natur und vor allem das Meer wird uns bestimmt wieder einholen. Wegrennen geht nicht.

Was sie morgen machen will, weiss sie nicht, aber was sie vor Jahrzehnten nicht erledigte, liegt ihr immer noch auf dem Magen.