36 Stunden darf er nichts essen und schwach ist er sowieso schon, in diesem Spital-Universum fühlt er sich fremd. Bei allen anderen hat er das Gefühl, die wüssten genau, was gilt und wie hier alles funktioniert. Zu allem Unglück schaffte er es nicht, das Schachspiel klar zu verweigern. Er scheint das Bauernopfer zu sein. Vor dem zweiten Spiel gingen ihm zum Glück die Lichter aus. Morgen muss er eine Magenspiegelung über sich ergehen lassen und auch noch zum Röntgen.
Immer wieder, wenn er aufsteht, wird ihm schwarz vor Augen. Somit ist Joven vor allem damit beschäftigt, sich immer wieder zurück in sein Bett zu retten, ohne irgendwo in den Gängen liegenzubleiben. Es ist zwar sofort Hilfe da, aber ihm ist das sehr unangenehm. Die Untersuchungen und dass einer seiner zwei Zimmergenossen verstorben ist, gehen an ihm fast vorbei. Gestern sagten die Ärzte, sie würden ihn nächste Woche am Rücken operieren. Heute teilen sie ihm mit, dass es möglicherweise noch eine andere Möglichkeit gäbe. Aber viel Konkreteres erfährt er nicht. Joven träumt vom Meer und glaubt die Brandung zu hören.
Joven liegt schmerz- und fieberfrei im Bett und ist zuversichtlich, dass ihm jetzt geholfen wird, vermutlich waren die Medikamente schuld, die er schlucken musste. Aber ansonsten lässt man ihn im Dunkeln, auch die Vorhänge bleiben zugezogen. Seine zwei Zimmergenossen, waren nicht ansprechbar und das Personal, sprach im Zimmer nur im Flüsterton. Einer der zwei Patienten erhielt am Vormittag stummen Besuch.
Essen gibt es in einem Speisesaal, der auch als Aufenthaltsraum dient. Ein Patient, will unbedingt nach dem Essen, Schach mit ihm spielen, aber Joven kennt nur die Grundzüge der Figuren, hat aber ansonsten keine Ahnung vom Schachspiel. Nach drei, vier Löffeln Reis wird Joven schwarz vor Augen und sie bringen ihn zurück in das Zimmer. Schach muss er also nicht spielen.
Statt mit ihm zu reden, telefonierte der Arzt mit seinen Eltern, die telefonierten mit der Schwester der Mutter und die kamen dann zum Hafen, um ihn, bevor er die Fähre zurück auf die Insel besteigen wollten, abzufangen. Er müsse umgehend in den Spital. Joven ist erleichtert, dass endlich etwas geschieht.
Im Spital reden so viele auf ihn ein, er weiss nicht wie ihm geschieht, er hat vorher noch nie ein Spital betreten.
Jetzt liegt er in einem Dreierzimmer in einem Bett und ist ratlos.
Der Arztbesuch verlief wie immer, Blutdruck, Lunge abhören, Röntgen, Blut und Urin und keine neuen Erkenntnisse. Auf dem Weg zurück fiel Joven zufällig, das Schild einer Arztpraxis ins Auge. Er ging hinein, schilderte seine Beschwerden und dass man bis jetzt nicht wisse, warum und wieso. Tatsächlich liessen sie ihn zum Arzt. Hier leider wieder dieselbe Prozedur. Sehr freundlich verabschiedete ihn der Arzt und sagte ihm, er werde mit seinen Eltern Kontakt aufnehmen. Jetzt steht er am Hafen und weiss nicht weiter. Eigentlich sollte er ja zu einer Tante zum Mittagessen gehen.
Joven reist alleine auf das Festland zum Arzttermin. Ihm ist kalt und hoffentlich spricht in niemand an. Zum Glück hat er ein Buch dabei, so kann er vorgeben zu lesen.
39° Joven muss das Bett hüten und vermutlich steht bald wieder ein Arztbesuch an, wo man nicht feststellen wird, woher die Schmerzen und das Fieber kommt. Er vermisst den Gang dem Meer entlang, vermissen ihn vielleicht eine Möwe oder haben sie ihn schon vergessen? Ein weiterer Gedanke, der ihm durch den Kopf geht, wie lange ist, Regen wen er in das Meer fällt, noch Regenwasser und ab wann ist es Meerwasser.
Seine Eltern haben ihm Vanillepudding zubereitet, alles scheint gut zu sein.